Microsoft: Deutschland ist EU-Spitze bei Cyberangriffen
Eva Mickler
4 Min. Lesezeit Unter den EU-Staaten war Deutschland im ersten Halbjahr 2026 das Land, in dem Microsoft-Kunden ...
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA schlägt vor, Microsoft für sein Unternehmenssoftware-Ökosystem strategischen Marktstatus zuzuschreiben. Nach einer Einstufung will sie Wettbewerbsfragen bei KI-Werkzeugen, Sicherheitsschnittstellen und Cloudlizenzen genauer untersuchen. Stellungnahmen sind bis zum 13. November möglich, entscheiden wird die Behörde bis zum 13. Februar 2027.
Das Wichtigste in Kürze
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Die Liste der britischen Competition and Markets Authority (CMA) reicht vom Arbeitsplatzrechner bis ins Rechenzentrum. Nach ihrer vorläufigen Bewertung hat Microsoft eine starke Position bei PC-Betriebssystemen, Produktivitätssuiten, Sicherheitssoftware, Serverbetriebssystemen und relationalen Datenbankmanagementsystemen. Letztere sind Programme, die Daten in verknüpften Tabellen verwalten. Am 16. Oktober hat die CMA vorgeschlagen, Microsoft für sein Unternehmenssoftware-Ökosystem strategischen Marktstatus zuzuschreiben.
Die Feststellungen der Behörde sind vorläufig. Vor ihrer endgültigen Entscheidung holt die CMA Stellungnahmen ein. Eine mögliche Regulierung soll britischen Unternehmen und öffentlichen Organisationen zugutekommen. Mögliche gezielte Eingriffe müssten jeweils die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Was ist strategischer Marktstatus? Strategischer Marktstatus, englisch „strategic market status“ (SMS), ist eine Einstufung im britischen Regelwerk für digitale Märkte. Mit ihr kann die CMA gezielte Eingriffe prüfen, etwa Verhaltensauflagen für das eingestufte Unternehmen. Ein Fehlverhalten setzt die Einstufung nach Angaben der CMA nicht voraus.
Die CMA beschreibt außerdem Wechselhürden. Gemeint sind die Hindernisse, auf die Kunden beim Umstieg auf andere Anbieter stoßen. Diese Hürden beschränken nach vorläufiger Bewertung der Behörde die Auswahl der Kunden. Zugleich schwächen sie den Wettbewerbsdruck, den andere Softwareentwickler auf Microsoft ausüben.
Microsoft hält dagegen. Nach Angaben von Computer Weekly widerspricht der Konzern den Grundlagen der Untersuchung. Er bezeichnet seinen Markt als intensiv umkämpft. Als Alternativen nennt er Google Workspace, macOS, Linux, PostgreSQL und Okta.
Für die Zeit nach einer möglichen Einstufung hat die CMA mehrere Themen benannt. Bei künstlicher Intelligenz plant sie zu prüfen, ob sich konkurrierende KI-Werkzeuge für Produktivitätssoftware in Microsofts Ökosystem integrieren lassen. Ebenso will sie klären, ob diese Werkzeuge daneben funktionieren. Ein dritter Punkt betrifft die Frage, ob sie im Microsoft-Umfeld auffindbar und zugänglich sind.
Bei Sicherheitssoftware dreht sich die Debatte um Schnittstellen. Das sind die technischen Anschlüsse, über die Produkte anderer Hersteller mit Microsoft-Software zusammenarbeiten. Konkurrierende Sicherheitsanbieter haben gegenüber der CMA Bedenken geäußert. Microsofts Schnittstellen ermöglichen ihren Produkten nach ihrer Darstellung keine Funktionalität, die der Einbindung der Microsoft-eigenen Sicherheitsprodukte gleichwertig ist. Ob und wie die CMA in diesen Feldern eingreift, ist offen.
Ein weiteres Feld ist die Cloudlizenzierung, also die Lizenzregeln für den Einsatz von Microsoft-Software in der Cloud. Im Fall einer SMS-Einstufung plant die CMA weitere Untersuchungen. Sie will klären, ob und wie sie Wettbewerbsbedenken gegenüber Microsofts Cloudlizenzierung adressieren kann.
Diesen Punkt greift Matthew Sinclair auf. Er ist Senior Director und leitet das Londoner Büro des Technologiebranchenverbands CCIA. Sinclair begrüßt, dass die CMA Beschränkungen bei Softwarelizenzen weiter prüfen will. Zugleich kritisiert er, dass ein verbindlicher Zeitplan fehlt. Gemeint sind Maßnahmen, die britischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen eine bessere Auswahl bei Cloudanbietern verschaffen sollen.
Bis Mitte November nimmt die CMA Stellungnahmen zu ihrem Vorschlag entgegen. Über Microsofts SMS-Einstufung entscheidet die Behörde endgültig im Februar 2027. Erst nach einer Einstufung will sie die Cloudlizenzierung weiter untersuchen. Wann Maßnahmen zur Cloudanbieterwahl folgen könnten, ist offen.
Stellungnahmen zum Entscheidungsvorschlag und zu seinen Begleitdokumenten gehen über das Konsultationsportal der CMA oder per E-Mail ein. Die Frist endet am 13. November 2026 um 17 Uhr.
Microsoft und Amazon Web Services haben nach Angaben der CMA Datentransfergebühren für Kunden beim Wechsel des Cloudanbieters vollständig entfernt. Gemeint sind Gebühren für die Übertragung von Daten aus einer Cloud zu einem anderen Anbieter.
Nein. Britische Unternehmen und öffentliche Organisationen haben nach Einschätzung der CMA von Microsofts Innovationen innerhalb seines breiten Unternehmenssoftware-Angebots profitiert. Ihre Bedenken richtet die Behörde auf Wechselhürden und den geschwächten Wettbewerbsdruck anderer Softwareentwickler.
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