Microsoft: Deutschland ist EU-Spitze bei Cyberangriffen
Eva Mickler
4 Min. Lesezeit Unter den EU-Staaten war Deutschland im ersten Halbjahr 2026 das Land, in dem Microsoft-Kunden ...
Am 3. September 2026 empfahl Kubermatic-Chef Sebastian Scheele auf den ContainerDays in Hamburg, ausgewählte Anwendungen bereits auf einer zusätzlichen Plattform zu betreiben. So sammeln Teams Erfahrung mit einer Alternative, bevor ein vollständiger Wechsel nötig wird.
Das Wichtigste in Kürze
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Was ist eine Zweitplattform? Eine zusätzliche, bereits betriebene Umgebung, auf der ausgewählte Anwendungen parallel zur bisherigen Infrastruktur laufen und ein späterer Wechsel erprobt werden kann.
Sebastian Scheele beginnt die Souveränitätsfrage mit der Bedeutung des jeweiligen Geschäfts. Wie kritisch ist der Betrieb und welche Herstellerabhängigkeit kann ein Unternehmen tragen? Darüber sprach der CEO und Mitgründer von Kubermatic mit Tobias Massow auf den ContainerDays in Hamburg. Sein Vorschlag ist, geeignete Teile der Infrastruktur frühzeitig auf einer zusätzlichen Plattform zu betreiben.
Ein vollständiger Ausstieg bei den großen Anbietern folgt daraus für ihn nicht zwangsläufig. Unternehmen könnten zunächst einen Teil ihrer Anwendungen verschieben und dabei Erfahrung mit einer Alternative sammeln. Auch ein späterer vollständiger Wechsel bleibe Arbeit, sagt Scheele. Er beginne dann aber auf einer bereits erprobten Grundlage.
„Egal was passiert, ich habe schon jetzt einen Plan.“
Sebastian Scheele, CEO und Mitgründer von Kubermatic.
Ein zweiter Anbieter im Einkauf schafft noch keine betriebsfähige Alternative. Eine Zweitplattform erleichtert den Wechsel erst, wenn Datenübertragung, Anwendungsstart und Zugriffe für die ausgewählten Anwendungen funktionieren.
Scheele grenzt seinen Vorschlag selbst ein. Zwei verschiedene E-Mail-Anbieter parallel zu betreiben, hält er für schwierig und wenig sinnvoll. Im Infrastrukturbereich sieht er dagegen häufiger Spielraum für mehrere Anbieter. Seine Empfehlung gilt damit je Einsatzgebiet und lässt sich nicht pauschal auf jeden Dienst übertragen.
Auch eine zweite Infrastruktur benötigt Personal, laufende Pflege und klare Zuständigkeiten. Wie hoch dieser zusätzliche Aufwand ausfällt, hängt von den Anwendungen und der technischen Nähe beider Umgebungen ab.
Bei welchen Anwendungen lohnt sich der zusätzliche Betrieb, um einen späteren Wechsel vorzubereiten? Diese Frage gehört in die Budgetplanung. Ein geeigneter Nachweis wäre ein tatsächlich erprobter Umzug mit dokumentierter Dauer und festgestellten Abhängigkeiten.
Prüfliste für den Probelauf

Auf STACKIT, IONOS und Treuhandmodelle angesprochen, antwortet Scheele: „Eher Kooperationspartner.“ Kubermatic liefere Software und betreibe selbst keinen Managed Service. Seine Kunden könnten damit ihre Umgebungen bei verschiedenen Anbietern sowie im eigenen Rechenzentrum verwalten.
Auch die großen internationalen Clouds bleiben in diesem Bild Teil der Infrastruktur. Scheele berichtet, dass Kunden ihre Anwendungen dort betreiben und zugleich einen Überblick über mehrere Umgebungen benötigen. Die Empfehlung zur Zweitplattform passt damit zum Geschäft eines Softwareherstellers, der solche Umgebungen verwaltbar machen will.
Eine zweite Plattform allein beantwortet allerdings keine Rechtsfrage. Welche Vertragsbedingungen und rechtlichen Zugriffsmöglichkeiten gelten, muss für die beteiligten Anbieter und Dienste gesondert geprüft werden. Der technische Wechselplan beschreibt zunächst die betriebliche Handlungsfähigkeit.
Im Gespräch nennt Scheele die Verteidigungsbranche als ein Feld, in dem Kubermatic stärker tätig wird. Er begründet dies mit dem Bedarf an europäischer Lieferfähigkeit und geringerer Abhängigkeit von externen Anbietern. Zugleich bezeichnet er den Bereich ausdrücklich als wirtschaftlich interessant für sein Unternehmen. Scheele verbindet dies mit dem Anliegen, europäische Hersteller zu stärken, die solche Systeme liefern können.
Ob ein europäischer Cloud-Anbieter erfolgreich wird, hängt für Scheele wesentlich von der Nutzbarkeit seines Produkts ab. Bei AWS verweist er auf die Entwickleransprache und eine gut nutzbare Programmierschnittstelle. Entwickler entscheiden früh, mit welcher Umgebung ein neues Projekt beginnt. Diese Entscheidung beeinflusst anschließend den Betrieb.
Damit Teams technisch wechseln können, müssen sie auch mit dem alternativen Angebot zurechtkommen. Es muss sich in ihrem Arbeitsalltag nutzen lassen. Eine zusätzliche Plattform, die zwar beschafft wurde, aber kaum genutzt und gepflegt wird, liefert noch keinen belastbaren Wechselplan.
Eine zusätzliche, bereits betriebene Umgebung für geeignete Teile der Infrastruktur. Sie soll einen späteren Wechsel erleichtern.
Nein. Scheele hält eine schrittweise Verlagerung ausgewählter Anwendungen für sinnvoll und nennt E-Mail als Gegenbeispiel für einen Parallelbetrieb.
Nein. Die technische Betriebsfähigkeit ersetzt keine Prüfung der konkreten Anbieter, Verträge und rechtlichen Anforderungen.
Quelle: Standgespräch von Tobias Massow mit Sebastian Scheele, CEO und Mitgründer von Kubermatic, am 3. September 2026 auf den ContainerDays in Hamburg.
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