KI-Umsätze müssten jährlich um 80 Prozent wachsen
Benedikt Langer
4 Min. Lesezeit Stijn Van Nieuwerburgh von der Columbia Business School rechnet vor, dass die KI-Investitionen ...
Nur 22 Prozent der Organisationen skalieren KI über mehrere Geschäftsbereiche hinweg oder arbeiten nach einem AI-first-Ansatz, während 85 Prozent der Funktionsverantwortlichen höhere KI-Ausgaben planen. Gartner beschreibt als Ausweg ein KI-Wertportfolio mit laufender Prüfung, Umschichtung und dem Beenden schwacher Initiativen.
Das Wichtigste in Kürze
Nur 22 Prozent der Organisationen haben laut einer Anfang September veröffentlichten Gartner-Befragung KI erfolgreich über mehrere Geschäftsbereiche hinweg skaliert oder einen AI-first-Ansatz gewählt. Von Januar bis April 2026 gaben dafür 1.303 Befragte aus Organisationen mit umgerechnet mindestens 44 Millionen Euro Jahresumsatz Auskunft.
Gleichzeitig planen 85 Prozent der Funktionsverantwortlichen für 2026 höhere KI-Budgets. Im Jahr 2025 hatten ihre Bereiche im Schnitt 12 Prozent ihres Budgets für KI ausgegeben.
Bei rund 11 Prozent der Organisationen wissen die Verantwortlichen nach eigenen Angaben nicht einmal, was ihr Bereich 2025 für KI ausgegeben hat. Als zentrales KI-Ziel nennen die meisten Befragten die Produktivität, auf die im Schnitt rund 30 Prozent der KI-Ausgaben entfallen.
Was ist ein KI-Wertportfolio? Ein KI-Wertportfolio ist ein Steuerungsansatz, bei dem eine Organisation alle KI-Initiativen wie ein zusammenhängendes Portfolio führt und den Beitrag jedes Vorhabens zum Geschäftswert regelmäßig prüft. Auf dieser Grundlage werden Mittel umgeschichtet und Initiativen ohne ausreichende Rendite beendet. Gartner beschreibt dieses Vorgehen als Merkmal der High Performer, die laufend den ROI ihrer KI-Initiativen messen.
Gartner teilt die befragten Organisationen danach ein, wie sie ihre KI-Ausgaben steuern. Als High Performer gelten diejenigen, die laufend den ROI ihrer KI-Initiativen messen, KI als Wertportfolio führen und die Projektleistung regelmäßig prüfen, um Mittel umzuschichten oder Initiativen zu beenden.
Diese Gruppe meldet bei 81 Prozent ihrer KI-Initiativen positive Returns. Low Performer können bei 29 Prozent ihrer Initiativen nicht einmal sagen, ob sie sich rechnen.
Tina Nunno, Distinguished Vice President und Gartner Fellow, sagt, CEOs und CIOs müssten festlegen, welche KI-Use Cases sich finanziell tatsächlich auszahlen. Erst daraus ließen sich klare Ziele für jeden Bereich und jede Führungskraft ableiten.
Für den im Januar veröffentlichten BCG AI Radar 2026 hat BCG 2.360 Führungskräfte befragt, darunter 640 CEOs. 72 Prozent dieser CEOs bezeichnen sich als Hauptentscheider für KI in ihrer Organisation, doppelt so viele wie im Vorjahr.
Die Hälfte der befragten CEOs geht davon aus, dass ihre Jobstabilität davon abhängt, die KI-Investitionen und -Strategie richtig zu machen. Der Anteil der KI-Investitionen am Umsatz soll nach der Erhebung von rund 0,8 Prozent im Jahr 2025 auf rund 1,7 Prozent im Jahr 2026 steigen.
94 Prozent der CEOs sagen, sie investieren weiter, auch wenn sich das 2026 nicht auszahlt. Verfehlen die KI-Investitionen in den nächsten zwölf Monaten den gewünschten finanziellen Effekt, wollen lediglich 6 Prozent der befragten Unternehmen zurückfahren.
Für diesen Fall planen 70 Prozent der befragten Führungskräfte, den Kurs zu halten oder strategisch nachzusteuern. 24 Prozent würden die Mittel aufstocken.
Auf individueller Ebene melden viele Befragte eine spürbare Wirkung von KI. In der im August veröffentlichten State-of-AI-Umfrage von McKinsey berichten 80 Prozent der Befragten von einer höheren individuellen Produktivität und 50 Prozent von besseren Entscheidungen.
Beim Unternehmensergebnis berichten die Befragten von weniger Wirkung. Nur 37 Prozent der Befragten melden einen Beitrag zum EBIT, praktisch so viele wie im Vorjahr.
Zu den Hochleistern nach McKinsey-Definition, die mindestens 5 Prozent des EBIT auf KI zurückführen und erhebliche Wirkung melden, zählen rund 6 Prozent der Befragten. Diese Gruppe ist seit dem Vorjahr nicht gewachsen.
Trotzdem erwarten 60 Prozent der Befragten im kommenden Jahr höhere KI-Investitionen. Zugleich sagen rund 20 Prozent, dass KI-Betriebskosten einschließlich Token-Kosten die KI-Nutzung ihrer Organisation bereits eingeschränkt haben.
Für die IT schlüsselt Gartner die Use Cases einzeln auf. Am häufigsten verfolgen die Befragten dort Cybersecurity-Erkennung und -Reaktion sowie die Automatisierung des IT-Service-Desk, jeweils mit 54 Prozent.
Die höchsten Anteile positiver Returns melden sie dagegen bei der intelligenten IT-Asset- und Kostenoptimierung mit 40 Prozent sowie bei der synthetischen Datenerzeugung mit 28 Prozent. Die beiden meistverfolgten Use Cases gehören nicht zu den drei Feldern mit den höchsten Anteilen positiver Returns.
Für Agentic-AI-Projekte hatte Gartner bereits im Juni 2025 eine Prognose veröffentlicht. Demnach dürften über 40 Prozent dieser Projekte bis Ende 2027 eingestellt werden, wegen steigender Kosten, eines unklaren Geschäftswerts oder unzureichender Risikokontrollen. Anushree Verma, Senior Director Analyst bei Gartner, bezeichnete die meisten aktuellen Projekte als frühe Experimente, die vom Hype getrieben und oft falsch eingesetzt würden.
Nur 22 Prozent der Organisationen haben KI über mehrere Geschäftsbereiche hinweg skaliert oder einen AI-first-Ansatz gewählt. Das ergab eine Gartner-Befragung unter 1.303 Teilnehmern aus Organisationen mit umgerechnet mindestens 44 Millionen Euro Jahresumsatz.
Sie messen laufend den ROI ihrer Initiativen, führen KI als Wertportfolio und prüfen die Projektleistung regelmäßig. Auf dieser Grundlage schichten sie Mittel um oder beenden Initiativen. Diese Gruppe meldet bei 81 Prozent ihrer KI-Initiativen positive Returns.
Gartner prognostiziert, dass über 40 Prozent der Agentic-AI-Projekte bis Ende 2027 eingestellt werden. Als Gründe nennt das Analystenhaus steigende Kosten, unklaren Geschäftswert und unzureichende Risikokontrollen.
Bildquelle: KI-generiert (September 2026)
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