24.09.2026
5 Min. Lesezeit

Die SAP-Anwendergruppe DSAG zählt für 2026 nur 38 Prozent der Mitgliedsunternehmen mit steigendem IT-Gesamtbudget, nach 43 Prozent im Jahr 2024. Wer im Oktober ohne eigene Reihenfolge in die Verhandlung geht, überlässt die Priorisierung der Finanzseite.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die DSAG zählt 38 Prozent mit steigendem IT-Budget. 24 Prozent senken es, 35 Prozent halten den Etat.
  • Mehr als die Hälfte der Cloud-Nutzer erwartet steigende Betriebskosten. Bitkom nennt 54 Prozent für 2026.
  • Der Security-Anteil am IT-Budget liegt bei 18 Prozent. 2022 waren es 9 Prozent, der Block bleibt Pflicht.
  • Robin Kaufmann verlangt klare Priorisierung im knappen Etat. Wer jede Position verteidigt, überlässt die Opferwahl der Finanzseite.

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Nur 38 Prozent erhöhen den IT-Etat

Drei Größen gehören ins Budgetgespräch: die Spreizung der Gesamtbudgets, der Cloud-Kostentrend und der Pflichtanteil für Sicherheit. Der Investitionsreport 2026 der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG beschreibt keine einheitliche Bewegung nach oben. Die Richtung je Unternehmen zählt mehr als ein Mittelwert über alle Branchen.

38 Prozent der befragten Unternehmen erhöhen das IT-Gesamtbudget. 24 Prozent senken es.

35 Prozent halten den Etat konstant. Dieser Stillstand ist häufiger als die Kürzung. Der Aufwuchs bleibt die größte Gruppe und liegt unter der Mehrheit.

2024 lagen die steigenden Budgets noch bei 43 Prozent, die sinkenden bei 18 Prozent. Die Spreizung hat sich seither verschoben: weniger Aufwuchs, mehr Kürzungen. Ein CIO, der mit dem Satz „die IT wächst mit“ in das Gespräch geht, spricht für eine Minderheit.

Kennzahl Vorher Aktuell
Steigende IT-Gesamtbudgets (DSAG) 43 Prozent (2024) 38 Prozent (2026)
Sinkende IT-Gesamtbudgets (DSAG) 18 Prozent (2024) 24 Prozent (2026)
Cloud-Betriebskosten steigen (Bitkom) 64 Prozent im Vorjahr 54 Prozent erwarten 2026
IT-Sicherheit am IT-Budget (Bitkom Research) 9 Prozent (2022) 18 Prozent (2025)

Quelle: DSAG-Investitionsreport 2026, Bitkom Cloud Report vom 17. Juni 2026 und Bitkom Research vom 7. Oktober 2025. Die Reihen stammen aus unterschiedlichen Stichproben.

Die Presseinformation aus Walldorf vom 26. Februar 2026 stützt sich auf 198 Personen aus Anwenderunternehmen. Befragt wurden CIOs, IT-Leitungen und vergleichbare Ansprechpersonen, jeweils eine Stimme je Mitgliedsunternehmen, vom 8. Dezember 2025 bis zum 21. Januar 2026. Die Mehrheit der Unternehmen hat den Hauptsitz in Deutschland.

Wer die eigene Linie nur mit Aufwuchs begründet, trifft auf Gegenüber, die intern bereits kürzen. Die Spreizung ist die erste Zahl, die ins Gespräch gehört. Sie erklärt, warum Nachbarbereiche denselben Antrag härter lesen als zwei Jahre zuvor.

Cloud-Kosten steigen vor neuen Vorhaben

Der Bitkom Cloud Report 2026 liefert die zweite Zahl. Sie betrifft Kosten, die schon gebucht sind, bevor ein neues Vorhaben im Antrag steht. Ohne diese Zahl wirkt jede zusätzliche Lizenz wie Wachstum, obwohl sie oft nur den Betrieb hält.

Bei 64 Prozent der Cloud-nutzenden Unternehmen stiegen die Betriebskosten im Vorjahr. Für 2026 erwarten 54 Prozent weiter steigende Kosten. Die Presseinformation vom 17. Juni 2026 in Berlin bezieht die Kostenfrage ausschließlich auf Cloud-Nutzer.

35 Prozent rechnen mit unveränderten Cloud-Betriebskosten, 9 Prozent mit sinkenden. Die Mehrheit plant also nicht mit einem günstigeren Betrieb.

Ein CIO, der Cloud als Entlastung erzählt, braucht dafür einen eigenen Beleg im Haus. Der Branchenwert stützt diese Erzählung nicht. Die Finanzseite stellt die Gegenfrage, welcher Anteil der beantragten Summe nur den laufenden Betrieb deckt.

24 Prozent senken das IT-Gesamtbudget
Der Anteil der Kürzer liegt über den 18 Prozent von 2024.
DSAG-Investitionsreport 2026, Presseinformation 26. Februar 2026

Sicherheit verdoppelt den Pflichtanteil

Bitkom Research weist den Anteil der IT-Sicherheit am gesamten IT-Budget für 2025 mit 18 Prozent aus. 2022 lag er bei 9 Prozent. In drei Jahren hat sich der Pflichtblock verdoppelt.

Die Meldung vom 7. Oktober 2025 stützt die Anteilsfrage auf 1002 Unternehmen in Deutschland. Befragt wurden Betriebe ab zehn Beschäftigten mit mindestens einer Million Euro Jahresumsatz. Die Stichprobe deckt den deutschen Markt über SAP-Anwender hinaus ab.

Das Analystenhaus PAC beziffert den deutschen Markt für IT-Sicherheit mit rund 11 Milliarden Euro 2025. Für 2026 nennt PAC rund 12 Milliarden Euro. Das ist Marktkontext. Über den Anteil im Unternehmensetat sagt die Zahl nichts.

Sicherheit ist der Block, den die Finanzseite am schwersten als Kür behandeln kann, ohne das Risiko offenzulegen. Wer den Anteil verschweigt, erklärt später denselben Betrag als Überraschung. Was nach Cloud-Betrieb und Security-Anteil bleibt, finanziert Innovation, Projekte und KI.

Kaufmann verlangt Priorisierung im knappen Etat

Robin Kaufmann, Geschäftsführer von VOICE, dem Bundesverband der IT-Anwender, sagte am 27. Januar 2026: „Unternehmen müssen mit immer knapperen IT-Budgets auskommen, während die Anforderungen an Sicherheit und Innovation immer weiterwachsen. Unternehmen müssen jetzt klar priorisieren. IT-Sicherheit ist nicht verhandelbar und wer beim Thema KI zögert, verliert an Wettbewerbsfähigkeit.“

Die begleitende IT-Agenda 2026 von Metrics und VOICE erwartet für 2026 ein Budgetwachstum von 0,12 Prozent, den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung 2014. 268 Personen aus dem deutschsprachigen Raum antworteten im Oktober und November 2025. Kaufmann spricht als Verbandssprecher.

Die 0,12 Prozent von VOICE und die 38 Prozent der DSAG messen nicht denselben Gegenstand. VOICE fragt nach dem erwarteten Zuwachs im Mittel, die DSAG nach der Richtung je Unternehmen. Der VOICE-Mittelwert lässt keinen großen Sprung im Gesamtetat erwarten.

IT-BUSINESS berichtete am 12. Juni 2026 über die Lünendonk-Studie 2026 zum Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland. 55 Prozent der befragten CIOs rechnen 2026 bis 2027 mit steigenden Budgets auf geringem Niveau. Das ist eine Erwartung. Die DSAG misst dagegen die Richtung je Unternehmen für 2026.

Keine Streichliste eines Unternehmens-CIO ist öffentlich. Die Reihenfolge bleibt intern.

Der Bitkom-Wert vom 7. Juli 2026 betrifft den Anbietermarkt: plus 4,1 Prozent auf rund 246 Milliarden Euro für IT und Telekommunikation 2026. Das ist Umsatz der Branche. Der CIO-Etat folgt der Spreizung der Anwender.

„Unternehmen müssen jetzt klar priorisieren. IT-Sicherheit ist nicht verhandelbar.“

Robin Kaufmann, Geschäftsführer von VOICE

Wer keine Position opfert, überlässt die Reihenfolge

Der CIO braucht die drei Zahlen zusammen, weil keine allein das Gespräch entscheidet. An der Spreizung sieht er, dass Aufwuchs keine automatische Prämisse mehr ist. An den Cloud-Kosten sieht er, warum neue Vorhaben gegen steigende Betriebskosten laufen. Am Security-Anteil sieht er, welcher Block sich als Kür am teuersten rächt.

Was fehlt, ist die interne Reihenfolge. Die Verbände liefern Benchmarks. Sie liefern keine Prioritätenliste für das eigene Haus. Eine belastbare Gesamtprognose für die CIO-Etats 2027 gibt es bisher nicht.

Deshalb entscheidet sich die Verhandlung an einer einfachen Stelle. Wer die drei Zahlen nur vorliest, liefert Material. Wer dazu sagt, welche eigene Position weicht, führt das Gespräch. Die Finanzseite füllt die Lücke, sobald die IT sie offen lässt.

Was ist der Pflichtblock im IT-Budget? Der Anteil, der sich in der Verhandlung nicht als Kür behandeln lässt, weil das Risiko sonst offenliegt. Bitkom Research weist dafür 18 Prozent für IT-Sicherheit aus, nach 9 Prozent im Jahr 2022.

Häufig gestellte Fragen

Steigen die IT-Budgets 2027 in der Breite?

Eine belastbare Gesamtprognose für die CIO-Etats 2027 gibt es bisher nicht. Lünendonk berichtet von Erhöhungen auf geringem Niveau für 2026 bis 2027.

Welche Cloud-Zahl gehört in die Verhandlung?

Bitkom erwartet bei 54 Prozent der Cloud-Nutzer 2026 weiter steigende Betriebskosten. Im Vorjahr stiegen die Kosten bei 64 Prozent der Cloud-Nutzer.

Warum bleibt Sicherheit der Pflichtblock?

Bitkom Research weist 18 Prozent des IT-Budgets für Sicherheit aus, nach 9 Prozent 2022. Kaufmann nennt Sicherheit nicht verhandelbar.

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