Supply Chain Management

Digitalisierung für mehr Transparenz und Verantwortung in der Lieferkette

Trotz des Drucks, immer billiger zu produzieren oder zu sourcen, ist die soziale und ökologische Reputation den Unternehmen wichtig. Die auch von den Verbrauchern geforderte Transparenz lässt sich nur durch ein konsequentes Supply-Chain-Management herstellen.

Der Run auf Bio-Produkte zeigt es deutlich: Der typische deutsche Verbraucher möchte es am liebsten so billig wie möglich haben, aber doch sein soziales und ökologisches Gewissen streicheln, so könnte man es überspitzt sagen. Entsprechend stark sind die Unternehmen unter Druck, jeweils ihrer Verantwortung nachzukommen und diese nach außen zu tragen. Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Lieferkettengesetz, das eine Nachverfolgbarkeit bis hin zum Rohstoff fordert, wird diesen Druck noch erhöhen. So soll unter anderem vermieden werden, dass die Unternehmen „Kinderarbeit“ an irgendeinem Glied in ihrer Lieferkette dulden. Greenpeace und Co. haben schon mehrere Fälle aufgedeckt und schwer an dem Image namhafter Marken gekratzt. Dabei zeigt eine OpenText-Umfrage, dass 92 Prozent der produzierenden Unternehmen mit Blick auf Corporate Social Responsibility Wert auf ihre Reputation legen.

SCM kommt Umwelt- und Sozialinitiativen entgegen

Umso wichtiger wird für entsprechende Umwelt- und Sozialinitiativen ein durch und durch digitalisiertes Supply-Chain-Management (SCM). Der Begriff ist zusammen mit der Just-in-Time- oder kurz JIT-Produktion erstmals in den frühen 1980ern aufgekommen und bezeichnet einfach ausgedrückt zunächst nur die Verwaltung der Lieferkette einschließlich aller Material- und Zubehörflüsse. Der Unterschied zur Logistik ist fließend, aber SCM bezieht auch die Koordination aller beteiligten Unternehmen in der Wertschöpfungskette ein. Durch den zunehmenden Einzug von Computern in der Lieferkettenverwaltung wird SCM heute meist synonym mit entsprechenden Softwarelösungen gebraucht.

Viele der bestehenden und älteren SCM-Systeme sind aber oft viel zu monolithisch, um den modernen Anforderungen gerecht zu werden. Daher geht der Trend zur Digitalisierung aller Prozesse und Objektflüsse, inklusive Informationen innerhalb der Lieferkette über die Cloud. Damit wird auch der gebotenen Transparenz und Compliance sowie neuen Richtlinien wie dem geplanten Lieferkettengesetz Genüge getan, das angesichts der angespannten Wirtschaftslage in der Industrie auf Ablehnung stößt, auf Kabinettsebene aber parteiübergreifend starke Unterstützer hat.

Nachverfolgbarkeit der Lieferketten wird immer wichtiger

Wie die Verknappung von Atemschutzmasken und Vorerzeugnissen von Antibiotika zu Anfang der Coronakrise wieder einmal deutlich machte, ist Europa extrem abhängig von weltweiten Lieferketten. Das betrifft mittlerweile alle Branchen, besonders aber auch die Automobilindustrie. Kein Auto, das in Deutschland vom Band läuft, hat nicht irgendein Material oder Bauteil, das noch aus diesen Breiten kommt.

Lieferkette
Ein verantwortungsbewusstes Management ist gefragt, wenn die Lieferkette nicht reißen soll. Quelle: iStock / Yozayo.

Reißt nur eine der Lieferketten, stockt die JIT-Produktion, die in der Branche erstmals aufgekommen ist und so wichtig ist, um den Verkauf von Zigmillionen von Autos pro Jahr zu steuern. Dabei kommen neben Bar- oder QR-Codes und RFID-Tags auch neue Technologien wie das Internet der Dinge (IoT) immer mehr zum Einsatz, die nicht nur helfen die Transportwege zu überwachen, sondern auch die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in der ganzen Lieferkette. So lässt sich zum Beispiel sicherstellen, dass verderbliche Waren immer richtig gekühlt sind. IoT-Sensoren können laut dem e-commerce magazin auch mit Blockchain-Implementierungen gekoppelt werden, um für diesen Fall von Interessenskonflikten eine maximale Nachvollziehbarkeit zu erreichen. Bricht zum Beispiel in einem Fahrzeug ein Feuer aus und wird als Quelle der Kabelbaum identifiziert, kann die Blockchain aufdecken, dass in den Steckern z.B. minderwertiges Goldmaterial verwendet wurde und woher dieses stammt. Das hilft im Zweifel auch, das eigene Image wiederherzustellen.

Edeka trägt Nachhaltigkeit auch nach innen

Kaum ein Unternehmen legt nicht nur in der Werbung so viel Wert auf Nachhaltigkeit und das eigene Image. Der Wahlspruch „Liebe zu Lebensmitteln“ spielt aber nicht nur nach außen, sondern auch im Intranet eine große Rolle, so auch bei der Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen (Edeka NST), eine von sieben Regionalgesellschaften. Dazu gehören zu Teilen auch die Simmel-Märkte, die in Chemnitz gegründet bis nach München expandiert haben und dort im höherpreisigen Segment Einkaufserlebniswelten mit einem großen Sortiment ausgewählter Waren, vollelektronischen Preisschildern und SB-Kassen bieten. Letztere werden von den meisten Kunden, darunter viele Männer, die sonst eher Einkaufsmuffel sind, als Preis-Leistungs-Zugeständnis gerne in Kauf genommen.

Edeka trägt Nachhaltigkeit auch nach innen
Edeka geht als gutes Beispiel voran. Quelle: iStock / justhavealook.

Edeka NST mit Sitz im thüringischen Rottdorf versorgt rund 1.100 Einzelhändler in der Region und hat mit Hilfe von Axians ein Intranet auf Basis von IBM WebSphere aufgesetzt, um die Mitarbeiter in der Zentrale und in den einzelnen Märkten immer auf dem neuesten Stand zu halten und Gelegenheit zu geben, sich auszutauschen. Besonders großen Wert legt Edeka NST auf die Qualität und Aktualität der Marktstammdaten, die aus verschiedenen Quellen einschließlich SAP Lotus Notes im IBM Process Server gebündelt wurden. Hinzu kamen eine verbesserte Kommunikation zwischen der Zentrale und den angeschlossenen Einzelhändlern und ihrer Mitarbeiter sowie weitgehend automatisierte Prozessabläufe.

Nachhaltigkeit ist in der internen Kommunikation bei der Unternehmensgruppe Edeka NST, wie bei Edeka als Verbund, ein ganz großes Thema. Denn Ziel ist es wie gesagt diese Botschaft auch nach außen zu den Kunden zu tragen. Letztere fragen immer mehr, woher die Produkte kommen und sind für Fleisch oder Käse aus der Region auch gerne bereit, etwas mehr zu bezahlen. Gerade hier sind solche SCM-Systeme gefordert, die Axians als einer der führenden ITK-Dienstleister für Handel und Industrie schon bei unzähligen B2B-Kunden implementiert hat.

 

Quelle Titelbild: iStock / pixelfit

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