High Performance Computing stößt in immer höhere Sphären vor

In der Meteorologie, Klimatologie, Astro- und Teilchenphysik ist High Performance Computing (HPC) mit immer leistungsfähigeren Supercomputern heute unverzichtbar. Axians hat für das belgische Forschungszentrum Cenaero einen solchen Tier-1-Hochleistungsrechner eingerichtet.

High Performance Computing (HPC) lässt sich in dem Fall etwas kürzer mit Hochleistungsrechnen übersetzen und High Performance Computer mit Hochleistungsrechner. Tatsächlich sind es meist Supercomputer, wie der mit AMD-Prozessoren bestückte Frontier von HPE und der Fugaku von Fujitsu, die mit LINPACK Scores oder getesteten Rmax-Werten von 1.194,00 und 442.010 Petaflops das Ranking der Top 500 aktuell anführen. Letzterer erreichte laut Computerworld bei HPL-MxP jüngst sogar 2,004 Exaflops, was ihn theoretisch zumindest wieder an die Spitze brachte.

Flops oder FLOPS steht für Floating Point Operations oder Gleitkommazahl-Operationen pro Sekunde. Zum Vergleich: Ein Intel Core i7 mit 3,4 GHz kommt im Schnitt auf 92,3 Gigaflops, ein Nvidia GeForce RTX 4090 bereits auf satte 82580 Gflops. Das erklärt auch, dass der Grafikchip-Hersteller jüngst als fünftes Unternehmen auf einen Börsenwert von über eine Billion Dollar kam und damit Intel, AMD, Qualcomm und Co. alle in die Tasche stecken konnte. Nummer 3 der Supercomputer ist aktuell übrigens der von der EU in Finnland betriebene Lumi, der wie der Frontier auf dem Modell HPE Cray EX235a basiert und es auf einen Rmax von 309,10 Petaflops oder Pflops bringt.

HPC-as-a-Service steht auch Unternehmen offen

Einsatz finden solche Hochleistungsrechner unter anderem in der Wetter- und Klimaforschung, in der Astro- und Teilchenphysik sowie in verschiedenen Simulationsumgebungen, bei erzwungenen Fahrzeug-Crashs zum Beispiel.

Das Cenaero, ein gemeinnütziges, privates Forschungsinstitut in der belgischen Region Wallonie, hatte schon länger einen Hochleistungsrechner im Einsatz und diesen auch anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen zur Verfügung gestellt. Leider hat dieser nach zehn Jahren das Ende seines Lebenszyklus erreicht, weshalb Cenaero nach einem IT-Dienstleister suchte, um zusammen mit Hewlett Packard Enterprise (HPE) einen auf dessen Apollo-Plattform basierenden neuen Supercomputer einzurichten. Über andere Projekte fiel die Wahl schnell auf Axians.

Der von dem europaweit tätigen, führenden IT-Dienstleister eingerichtete Tier-1-Hochleistungsrechner hört auf den Namen Lucia und konnte am 15. November 2022 am A6K in Charleroi in der Provinz Hennegau 60 km südlich von Brüssel eingeweiht sowie im Februar 2023 in Betrieb genommen werden.

Der Ersatz für den Vorgänger Zenobe ist 12-mal leistungsfähiger und ist auf einem guten Platz 245 unter den Top 500. Lucia bietet eine aggregierte Rechenleistung von 4 Pflops (siehe oben), die sich auf 300 CPU Nodes mit 1,1 Pflops, 50 GPU Nodes mit 2,72 und zwei weitere ausschließlich für KI-Anwendungen gedachte GPU Nodes mit 0,19 Pflops verteilen. Der RAM-Speicher ist mit 121 TByte angegeben, der gesamte Disk-Speicher mit 3 PByte, der Archivspeicher mit 4 PByte.

Trotz der hohen Leistung hat der Supercomputer nur eine Leistungsaufnahme von 400 kW. Umgerechnet wären das 544 PS, in etwa so viel wie der Audi Coupé R8 V10 performance RWD oder die E-Limousine des chinesischen Herstellers Leapmotor auf die Straße bringen.

Was den Hochleistungsrechner des Cenaero so besonders macht, ist das französische Testimonial „HPC au service de la recherche et d’industrie“, was sich mit HPC-as-a-Service für Forschung und Industrie übersetzen lässt. Das Cenaero selbst forscht und arbeitet, wie der Name schon verrät, sehr viel im Bereich Flugzeugbau, aber so wie Axians Energies auch an Smart-City-Projekten, über die es vorher schon Kontakte gab.

Quelle Titelbild: Adobe / Banana Images

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