12.01.2022

Gerade die letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass es für Unternehmen unabdingbar ist, sich an schnell verändernde Rahmenbedingungen anzupassen. Digitale Zwillinge sind dabei ein wichtiges Hilfsmittel, die notwendige Transformation rasch zu bewältigen.

Digitale Twins sind eines der interessantesten Beispiele für den digitalen Wandel, bei dem Objekte der physischen Welt virtuelle Nachbildungen erhalten, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet und mit Echtzeitdaten gefüttert werden. Digitale Twins sind eine virtuelle Repräsentation von etwas Physischem, sei es ein Vermögenswert, ein Prozess, eine Person, ein Ort, ein System oder ein Gerät, unabhängig davon, ob es bereits existiert (physischer Zwilling) oder noch hypothetisch ist.

Sie sind ein wichtiges Merkmal, dass die virtuelle Repräsentation dieselbe Dynamik und dieselben Schlüsselelemente nachbildet, die sich auf das physische Objekt auswirken, während es funktioniert und sich im Laufe seines Lebens entwickelt, und zwar auf der Grundlage des Zwecks, für den der digitale Zwilling geschaffen wurde. Es wird eine Verbindung zwischen dem physischen Objekt und seiner virtuellen Repräsentation über einen Echtzeit-Datenaustausch hergestellt, der von den Sensoren des physischen Objekts erfasst und an sein virtuelles Gegenstück gesendet wird.

Digitale Twins integrieren das Internet der Dinge (IoT), künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Analytik mit einer grafischen und/oder räumlichen Darstellung, um animierte digitale Simulationsmodelle zu erstellen, die sich wie ihr physisches Gegenstück verändern und entwickeln können.

Digitale Twins und Transformation

Die Studie „Potenzialanalyse Organisation x.0“ von Sopra Steria in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut zeigt das Potential digitaler Twins im realen Umfeld deutscher Unternehmen. „Wohl nie war der Transformationsdruck im verarbeitenden Gewerbe selbst für erfolgsverwöhnte Unternehmen so groß wie heute“, sagt Kris Steinberg, Head of Strategy Consulting bei Sopra Steria Next, der Management-Consulting-Einheit von Sopra Steria. Mehr als die Hälfte der befragten Managerinnen und Manager sieht speziell im härteren Wettbewerb einen Zwang zur organisatorischen Veränderung.

Das Potenzial digitaler Zwillinge im realen Umfeld
Das Potenzial digitaler Zwillinge im realen Umfeld. Quelle: Sopra Steria / F.AZ. Business Media.

Eine Ruhepause für den organisatorischen Wandel ist nicht in Sicht – auch langfristig nicht. Schocks und Entwicklungen, beispielsweise die Pandemie oder politische Konflikte, bringen Lieferketten immer wieder durcheinander. „Eine stabile Organisation, die sich über Zeiträume von fünf bis zehn Jahren lediglich evolutionär verändert, ist kein realistisches Szenario mehr“, sagt Managementberater Kris Steinberg. Die Folge: Die Unternehmen wollen und müssen sich deutlich beweglicher aufstellen. Dazu gehört, dass sie diverse Organisationsmodelle in der Schublade parat haben, auf die sie schnell zurückgreifen können.

Digitaler Zwilling simuliert Organisation der Zukunft

Die Entwicklung dieser Organisationsvarianten ist mit erheblichen Investitionen verbunden und birgt das Risiko, auf das falsche Pferd zu setzen. Hier profitieren Unternehmen allerdings von der zunehmenden Digitalisierung von Prozessen. Dadurch haben sie die Möglichkeit, ihre Organisation mit Hilfe sogenannter Digital Twins zu modellieren. Ein digitaler Zwilling ermöglicht die virtuelle Simulation von Prozessen, Produkten und des Zusammenspiels von Menschen. „Das wird der neue Trend beim Organisationswandel“, sagt Kris Steinberg voraus. Anhand von Datenspuren lässt sich herausfinden, wie sich beispielsweise Verarbeitungsverfahren oder Lieferprozesse zu den geringsten Kosten gestalten lassen.

Digitaler Zwilling
Durch die Digitalisierung können Unternehmen ihre Organisation mit digitalen Zwillingen modellieren. Quelle: Adobe Stock / Epstudio20.

Betriebe wissen damit künftig im Voraus, ob organisatorische Veränderungen auch den gewünschten Effekt erzielen werden. „Reformen gehen erst dann live, wenn die Unternehmen wissen, dass sie funktionieren. So sparen die Firmen Kosten und schonen die Nerven ihrer Mitarbeitenden“, so Steinberg.

Quelle Titelbild: Adobe Stock / chesky

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