Siemens Healthineers IBM Digitalisierung des Gesundheitssystems

Siemens Healthineers & IBM wollen deutsches Gesundheitssystem vernetzen

Eine Datenplattform für das deutsche Gesundheitswesen zu schaffen, ist das gemeinsame Ziel von Siemens Healthineers und IBM. Sie soll offen und datenschutzkonform den Austausch von Patientendaten ermöglichen.

Bei der medizinischen Forschung ist Deutschland Weltspitze, wie BioNTech mit seinem Corona-Impfstoff eindrucksvoll demonstriert hat. Allerdings hakt es in anderen Bereichen: Im Moment ist es vielerorts noch Praxis, dass Ärzte Papier und Fax zum Informationsaustausch verwenden.

Es gibt viele neue Apps, auch befeuert durch Covid-19. Unterschiedliche IT-Standards erschweren den Datenaustausch und es gibt viele verschiedene elektronische Gesundheitsakten (eGA). Die Elektronische Patientenakte ist vorgeschrieben und soll in drei Phasen bis Ende 2021 eingeführt werden. Fehlende Standards machen es aufwendig, einzelne Applikationen anzubinden.

Durchgängige Vernetzung

Eine durchgängige Vernetzung haben sich nun Siemens Healthineers und IBM auf die Fahnen geschrieben.  Beide Partner bieten eine offene digitale Plattform, um die Vernetzung des deutschen Gesundheitssystems voranzutreiben und so die Infrastruktur für die Bereitstellung digitaler Dienste auszubauen. Beide Partner bringen dazu ihre Erfahrung und Expertise zusammen.

„Die Plattform ermöglicht die digitale Transformation des Gesundheitswesens und ist die Basis für die Vernetzung der Akteure. Beispielsweise können bestehende und zukünftige digitale Patientenakten insbesondere dann ihren vollen Nutzen entfalten, wenn die Patienteninformationen vollständig und aktuell für alle relevanten und entsprechend Berechtigten verfügbar sind“, sagte Dr. Christian Kaiser, Leiter Digital Services Central Western Europe, Siemens Healthineers.

Neue Plattform

Die neue Plattform „teamplay digital health platform connect“ nutzt internationale Standards wie IHE (Integrating the Healthcare Enterprise), um den sicheren Austausch von Patientendaten unter Leistungserbringern zu vereinfachen. Die dafür eingesetzte Technologie nutzt Siemens Healthineers bereits in der Schweiz (EPD) und Österreich (ELGA) erfolgreich und bringt die dort gewonnene Erfahrung jetzt nach Deutschland.

Um den sicheren Austausch von Patientendaten unter Leistungserbringern zu vereinfachen, nutzt die Plattform internationale Standards wie IHE. Quelle: Quelle: iStock / ipopba

„teamplay digital health platform connect spiegelt die Strategie der IBM wider, mit unseren Technologien sichere Branchenplattformen zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit Siemens Healthineers liefert die Grundlage für mobile Lösungen. Sicherheit und die Privatsphäre der Patienten sind dabei unser oberstes Ziel. Mit unseren weltweit mehrfach zertifizierten Services (ISO 27001) im Rechenzentrum Frankfurt sorgen wir dafür, dass nur berechtigte Personen Zugriff auf diese Informationen erhalten,“ so Christian Noll, General Manager, IBM Global Business Services (GBS), DACH.

Doppelt gesichert

Siemens Healthineers und IBM teilen den Betrieb der teamplay digital health platform connect aus Sicherheitsgründen auf zwei in Deutschland befindliche Rechenzentren auf. Dabei betreibt Siemens Healthineers das Patientenregister und IBM den Dokumentenindex.

Um den Anforderungen des Datenschutzes gerecht zu werden, gibt es getrennte Datenspeicherung mit klaren Zugriffsrechen und dem Recht auf Vergessen.

Online-Therapie und medizinische Dokumentationen via App sind nur zwei von vielen Möglichkeiten für digitalen Zusatzapplikationen und Mehrwertdienste. Quelle: iStock / blackCAT

Mehrwertdienste und Zusätze

Ein einfacher Zugang zu digitalen Zusatzapplikationen und Mehrwertdiensten soll möglich sein. Dazu zählen Online Therapiemaßnahmen für Patienten, Apps für Wundmanagement und medizinische Dokumentation sowie Apps zur Begleitung von Patienten vor, während und nach dem stationären Aufenthalt. Auch für Apps von Drittanbieter zeigen sich beide Partner offen.

Quelle Titelbild: iStock / smolaw11

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