Entwicklung gegen den Trend: Gartner prognostiziert weiter steigende IT-Ausgaben

Wie entwickeln sich die globalen Ausgaben im IT-Bereich 2023 angesichts der vielfältigen Herausforderungen für die Wirtschaft? Die Antwort auf diese Frage liefert die neueste Analyse von Gartner.

Die weltweiten IT-Ausgaben trotzen der allgemeinen Stimmung auf den Weltmärkten: Der Analyse-Spezialist Gartner rechnet für das Jahr 2023 mit einem Wachstum von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die globalen Investitionen in IT-Systeme belaufen sich damit auf eine Gesamtsumme von 4,6 Billionen US-Dollar.

Nicht alle Bereiche profitieren aber gleichermaßen von diesem Trend. Denn Verantwortliche in Unternehmen priorisieren ihre Ausgaben und konzentrieren sich auf diejenigen Technologien, die ihnen bei der derzeitigen Marktlage und angesichts der geforderten Weiterentwicklung der digitalen Transformation die meisten Gewinne versprechen.

Quelle: Adobe Stock / Kiattisak

Software als Träger der positiven Marktentwicklung

So verzeichnen vor allem Softwarelösungen und -dienste enorme Zuwächse. Der Anstieg um 12,3 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 891 Milliarden US-Dollar ist dabei vor allem damit zu begründen, dass Unternehmen die Wettbewerbsvorteile, die ihnen innovative Softwareprodukte liefern, gerade jetzt nutzen möchten. Denn aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage sind Effekte wie Produktivitätssteigerung, Ressourceneinsparung, Kostenreduktion durch As-a-Service-Lösungen und Automatisierung gefragter denn je. Auch das kommende Jahr bietet weiterhin positive Aussichten. Der Softwaremarkt wird laut der Gartner-Analyse auch im Jahr 2024 ein starkes Wachstum verzeichnen und erstmals eine Billion US-Dollar Gesamtwert überschreiten, was einem Zuwachs von weiteren 13,1 Prozent entspricht.

Investitionen im Hardware-Bereich gehen weiter zurück

Der Hardware-Bereich hingegen kommt auch in diesem Jahr nicht aus den roten Zahlen heraus. Nach der negativen Entwicklung im vergangenen Jahr, mit einem Minus von zehn Prozent und einem Volumen von 717 Milliarden US-Dollar, verbleibt auch im Jahr 2023 ein Minus von immerhin 4,6 Prozent und einem weiter sinkenden Gesamtwert von 684 Milliarden US-Dollar. Zurückzuführen sind diese Zahlen auf die weiterhin zurückhaltende Stimmung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern, die Angesichts der weiter drückenden Inflation und unsicheren wirtschaftlichen Lage bei Investitionen in neue Hardwareprodukte zögern.

Die Investitionen in den Hardware-Bereich gehen, auch aufgrund der Zunahme von Cloud Services, weiter zurück (Quelle: Adobe Stock / BPawesome).

Auch Unternehmen geben aufgrund der Zunahmen von Cloud-Services weniger Geld bei IT-Hardware aus.

Erst im nächsten Jahr rechnen die Analysten wieder mit einem Wachstum von elf Prozent auf dann 759 Milliarden US-Dollar.

Marktzahlen zeigen: Die Zukunft liegt (nach wie vor) in der Cloud

Der Cloud-Sektor gehört damit ebenfalls zu den großen Gewinnern der derzeitigen Marktentwicklung. Das Plus von 9,1 Prozent übersteigt deutlich die Gewinne des Vorjahres (3,5 Prozent) und dieser Trend hält auch im nächsten Jahr weiter an, 2024 wird mit einem Plus von sogar 10,2 Prozent gerechnet. Die Ausgaben für Data-Center-Systeme können hingegen nur leicht um 3,7 Prozent zulegen. As-a-Service-Leistungen werden damit immer beliebter, allein der Infrastructure-as-a-Service-Markt verzeichnet bis 2024 ein Plus von 30 Prozent!

Trotz der derzeitigen krisenhaften Stimmung zeigt sich der IT-Markt damit verhältnismäßig robust und ist sogar in der Lage, weiter zuzulegen. Unsicherheiten bleiben natürlich bestehen, etwa im Bankensektor oder aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels in der IT. Dieser wird laut Gartner bis mindestens 2026 anhalten und Unternehmen dazu zwingen, weiter verstärkt auf externe IT-Dienstleister zu setzen, die umfassende Services für ihre Kunden bieten.

Quelle Titelbild: Adobe Stock / shevtsovy

Diesen Beitrag teilen:

Weitere Beiträge

Technologische Innovationen für mehr Nachhaltigkeit – Axians auf der IFAT 2024

IFAT – die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft – präsentiert vom ... »

13.05.2024 | Redaktion Digital Chiefs

Studien: Dekarbonisierung könnte durch konsequente Digitalisierung massiv gewinnen

Einer eco-Studie zufolge könnten allein in Deutschland durch konsequente Digitalisierung bis 2050 ... »

10.05.2024 | Redaktion Digital Chiefs