Deutsche Unternehmen setzen auf die Public Cloud

Unternehmen in Deutschland nutzen verstärkt die Cloud, um Container, künstliche Intelligenz und führen andere innovative Technologien ein. Das geht aus der Vergleichsstudie „ISG Provider Lens Public Cloud – Solutions &Services“ des Marktforschungshauses ISG Information Services Group hervor.

COVID-19 hat dafür gesorgt, dass immer mehr Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Dies führt zu einer großen Nachfrage nach Software-as-a-Service-Lösungen. Die Aussichten sind gut: Die Analysten von Gartner sagen für 2021 einen starken Wachstumsschub der Public Cloud voraus.

Die Corona-Pandemie zwingt die Unternehmen zum Handeln. Dabei geht es vorrangig um drei Bereiche: die Kosten optimieren und Liquidität sicherstellen, Remote Work unterstützen und die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens insgesamt zu verbessern. Die Pandemie hat den Wert der Cloud erst richtig sichtbar gemacht.

Public Cloud auf dem Vormarsch

Die ISG-Studie konstatiert, dass sich die Adaption der Cloud deutlich beschleunigt hat und die digitale Transformation befeuert und voranbringt. Dabei kommen hybride und Multi-Cloud-Strategien zum Tragen, wobei die Public Cloud klar dominiert. Dabei setzen die meisten Unternehmen nicht nur auf einen Provider für die Public Cloud, sondern im Durchschnitt sind es 2,5 Anbieter.

In diesen unsicheren Zeiten mit ungewissen Aussichten drängen die Unternehmen darauf, neue Cloud-Services möglichst schnell zu implementieren. Klarer Spitzenreiter ist dabei der cloudbasierte Remote-Arbeitsplatz. Auch nach der Krise wird sich der Trend zum Homeoffice sicherlich nicht umkehren, sodass die Investitionen gut angelegt sind.

Vor allem in diesen Zeiten mit ungewissen Aussichten drängen Unternehmen darauf, neue Cloud-Services möglichst schnell zu implementieren. Quelle: iStock / TanyaSid
Vor allem in diesen Zeiten mit ungewissen Aussichten drängen Unternehmen darauf, neue Cloud-Services möglichst schnell zu implementieren. Quelle: iStock / TanyaSid

Die meisten Unternehmen fangen nicht erst heute damit an, sich mit der Public Cloud zu beschäftigen. Viele Strategien waren bereits in der Schublade, und der Druck der Pandemie sorgt nun dafür, dass sie umgesetzt werden. Nicht selten müssen im Zuge dessen etwa Compliance-Modelle an die neuen Gegebenheiten und die Anforderungen der Public Cloud angepasst werden. Das kostet Zeit und Geld und erfordert eine entsprechende Expertise.

Partner gewinnen an Bedeutung

Beratungs-Dienstleistungen und Managed Services stellen einen wichtigen Faktor für den Erfolg der digitalen Transformation dar. Im Rahmen des allgegenwärtigen Fachkräftemangels kommt der Aufgabe, qualifiziertes Fachpersonal einzustellen und zu halten, eine besondere Bedeutung zu. Die schnelllebige IT-Landschaft erfordert oftmals den Einsatz externer Partner und IT-Dienstleister.

Auf der anderen Seite wachsen Partnerschaften von Dienstleistern mit Hyperscalern an Bedeutung. Ein wichtiger Baustein sind Zertifizierungen, um bestimmte Kompetenzen zu belegen, etwa im Bereich SAP oder Cloud-Migration.

Die Cloud ist anders

Die Anforderungen in Sachen Sicherheit sind in der Cloud völlig andere, als in den herkömmlichen On-Premises-Umgebungen der Unternehmen. In der Regel sind spezielle Software und Services notwendig, um der Komplexität der Cloud Herr zu werden. Auch an dieser Stelle kommen Partner und externe Dienstleister ins Spiel.

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Anbieter von Public Clouds im Vergleich Quelle: ISG Provider Lens

Ein weiteres Problem: Die Business-Applikationen vieler Unternehmen sind proprietär und lassen sich nicht so ohne Weiteres in eine Container-Umgebung oder als Microservices in die Public Cloud umziehen. Die Migration der Applikationen und der entsprechenden Workloads ist teuer und erfordert Expertenwissen. Auch im Bereich Governance, Risiko und Compliance lagern viele deutsche Unternehmen Funktionen an Dienstleister aus, die in diesen Bereichen spezielles Fachwissen mitbringen. Die Studie zählt hier Axians zu den führenden Anbietern für den Mittelstand. Während zu Beginn der Digitalisierung Datenschutzbedenken die Cloud zumindest in Europa ausgebremst haben, helfen heute Berater und Dienstleister den Unternehmen dabei, die Datenschutzbestimmungen zu erfüllen, sodass die Bedenken schwinden. Auch das ist ein Grund für den rasanten Aufstieg der Public Cloud.

Gute Marktaussichten für die Public Cloud

Der Markt für Public Cloud hat an Fahrt aufgenommen und behält diese bei. Die Marktforscher von Gartner erwarten für das laufende Jahr ein Plus von 18,4 Prozent und ein Marktvolumen von mehr als 300 Milliarden Dollar. Laut Gartner steigt der Anteil der Cloud-Services an den gesamten IT-Budgets langfristig weiter. Im laufenden Jahr beträgt der Anteil der Cloud an den gesamten globalen IT-Ausgaben 9,1 Prozent und soll bis 2024 auf 14,2 Prozent steigen. Der größte Brocken geht nach wie vor auf das Konto von Software as a Service (SaaS). Dessen Volumen soll binnen Jahresfrist von 101,5 Milliarden Dollar auf 117,8 Milliarden steigen. Auch andere Markt-Segmente legen laut Gartner deutlich zu, Infrastructure as a Service (IaaS) etwa von 51,4 auf 65,3 Milliarden Dollar.

Auch für Platform as a Service (PaaS) erwarten die Analysten ein deutliches Wachstum. Cloud-native-Anwendungen sind notwendig, um die große Zahl der Mitarbeiter, die nicht mehr vor Ort im Unternehmen arbeiten, entsprechend zu unterstützen. Gartner erwarte einen Zuwachs um 26,6 Prozent auf ein Marktvolumen von 55,5 Milliarden Dollar. Weil die Unternehmen den Trend zur mobilen Zusammenarbeit langfristig unterstützen müssen, geht Gartner davon aus, dass die starke Nachfrage nach Public-Cloud-Diensten mindestens bis 2024 stabil bleibt. Schließlich wollen 70 Prozent der Unternehmen, die bereits Cloud-Dienste nutzen, im Zuge der Pandemie noch mehr Geld in die Cloud investieren.

Quelle Titelbild: iStock / metamorworks

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