Immer mehr Unternehmen setzen dauerhaft auf Remote Work und Homeoffice

Viele deutsche Unternehmen haben überraschend gute Erfahrungen mit Homeoffice gemacht. Manche von ihnen, darunter Siemens, wollen sogar auch nach der Corona-Krise daran festhalten. Remote Work, wie es Steve Jobs voraussagte, etabliert sich jedenfalls immer mehr.

Passend dazu, dass in der Corona-Pandemie gefühlt halb Deutschland vom Homeoffice aus arbeitet, ist gerade eine Meldung auf Twitter und Co. viral gegangen, dass Steve Jobs 1990 schon die Vision davon hatte. Von Homeoffice selbst hat der Apple-Gründer in dem von einem kanadischen Journalisten ausgegrabenen etwas mehr als zweiminütigen Interview zwar nicht explizit gesprochen, wohl aber von Remote und Collaborative Work.

Bemerkenswert ist das Interview allerdings insofern, dass damals nur 0,5 Prozent der Weltbevölkerung online waren und jeder Versuch, sich ins Internet einzuloggen, eher eine Strafe war. Denn wie sich ältere Nutzer vielleicht noch gut erinnern können, war man nach dem berühmten Modem-Einwahlton meist eher draußen als drinnen, und wenn doch, dann nur im Schneckentempo unterwegs.

Homeoffice wird zur „neuen Normalität“ bei Siemens

 

Wie dem auch sei, ist Homeoffice für viele Unternehmen, die sich vorher dagegen sträubten, seit Ausbruch der Pandemie und dem folglichen Lockdown längst kein Tabuthema mehr. Die große Mehrheit hat laut Umfragen trotz mancher Stolperfallen wie langsame oder abbrechende Netze sogar überraschend positive Erfahrungen mit Homeoffice gemacht. Manche haben sogar so gute Erfahrungen gemacht, dass sie wie Siemens sogar daran festhalten wollen. Der Münchener DAX-Riese hat Mitte Juli 2020 in einer englisch- und deutschsprachigen Pressemitteilung erklärt, dass er mobiles Arbeiten als Kernelement der „neuen Normalität“ dauerhaft im Unternehmen etablieren werde.

Mobiles Arbeiten beziehe sich dabei nicht ausschließlich nur auf Homeoffice, sondern darauf, dass Mitarbeiter in Absprache mit den jeweiligen Führungskräften den Arbeitsplatz wählen dürften, an dem sie am produktivsten seien. Ziel sei es, dass alle Mitarbeiter (Bürokräfte und Kopfarbeiter) weltweit zwei bis drei Tage in der Woche mobil arbeiten könnten.

Mit Remote Work-Lösungen bleiben die Mitarbeiter vernetzt. Quelle: Adobe Stock/ apinan

Erhöhte Sicherheit gegenüber klassischen WANs

Sicherheit ist für viele Unternehmen eine der Grundsatzfragen und eines der Schlüsselthemen in der IT. Ein Problem für die IT bildet dabei oft eine komplexe Infrastruktur, die sich aus verschiedenen Systemen zusammensetzt, da aktuelle Technologien nach und nach hinzukamen und immer mehr bandbreitenintensive Services angebunden werden müssen, die nach einer Hochskalierung des Netzwerks schreien. All das verkompliziert das Händeln des klassischen Netzwerks und eröffnet bei fehlendem Überblick unbeabsichtigte Tore für Angreifer von außen.

Mit einer SD-WAN-Lösung können IT-Teams neues Equipment von einem zentralen Ort aus planen, implementierten und verwalten. Dies wird dann recht einfach gestaltet, sodass die Mitarbeiter den Überblick behalten und keine Fehler passieren. Der Netzwerktechniker muss zur Anbindung von neuen Benutzern oder Remote-Büros nur das Netzwerk innerhalb der Managementplattform vordefinieren und ein SD-WAN Gateway an die Niederlassung senden. Einmal angeschlossen, wird es automatisch entdeckt, geht online und kann dann cloud-basierte Anwendungen überwachen, verwalten und unterstützen. Verschiedene Transportdienste wie MPLS, VPN und LTE, die mit SD-WAN möglich sind, sichern den Weg zwischen den Endnutzer und den Servern ab, ohne eine Neukonfiguration der Geräte zu benötigen.

Eine sichere Plattform für Kommunikation und Teamwork

Damit Mobile und Remote Work sowie die Anbindung bis ins Homeoffice sicher funktioniert, müssen natürlich gewisse Voraussetzungen gegeben sein. Die viel beklagte Servicewüste, die in manchen entlegenen Regionen bis heute herrscht, ist sicherlich die, um die es am schlechtesten bestellt ist in Deutschland. Aber ebenso wichtig ist eine einheitliche Plattform für Kommunikation und Collaboration oder Teamwork, wie sie der führende IT-Dienstleister Axians anbietet und bei WAGO Kontakttechnik erfolgreich umgesetzt hat. Der Unternehmenskunde ist ein international operierender Spezialist für Automatisierungstechnik mit rund 8.500 Mitarbeitern in über 80 Ländern. Die Aufgabe sollte sein, alle Kommunikations- und Collaboration-Dienste zu einer zentralen, einheitlichen und modernen Plattform zu konsolidieren. Dabei legte WAGO höchsten Wert auf Sicherheit und Datenschutz.

Was die Technologie betrifft, hat man sich gemeinsam auf Cisco geeinigt. Der amerikanische Netzwerkriese hat schon früh Maßstäbe in Bezug auf UCC (Unified Communications & Collaboration) sowie Konferenztechnik gesetzt und gilt immer noch als Technologieführer. Als Virtualisierungs-Plattform für die Collaboration-Lösung hat Axians in dem Rechenzentrum am WAGO-Hauptstandort in Minden ein Cisco Unified Computing System (UCS) eingerichtet. Für die Anbindung der mobilen Arbeitsplätze und die Alarmierung in den Produktionsstätten hat man sich für DECT-Technik von Ascom entschieden.

Was die Gestaltung der Zusammenarbeit und die Nutzung der Telefonsteuerung, die Chats, Präsentationsfreigaben und Softphone-Funktionalitäten angeht, ist die Wahl auf Cisco Jabber für Desktop und mobile Endgeräte gefallen. Die zusammen mit Axians realisierte Gesamtlösung hat bei dem Unternehmenskunden zu einer deutlich besseren Erreichbarkeit der Mitarbeiter und Art der Kommunikation geführt. Nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Geschäftspartner können nun über Video-Calls, Webchats und Konferenzen aktiv mit WAKO kommunizieren und zusammenarbeiten.

Die ausführliche Referenz erhalten Sie hier.

Visionen muss man haben

 

Zurück zu Steve Jobs und der frühen Vision von Remote Work. Tatsächlich ist die Idee von Homeoffice, englisch Telecommuting (wörtlich „Tele-Pendeln“) schon sehr viel älter, geht sie doch auf die erste Ölkrise von 1973 zurück, die ein Jack Nilles zum Anlass nahm, eine solche Zukunft zu skizzieren. Der deutsche Begriff Telearbeit ist auch schon Anfang der 1980er Jahre aufgekommen. Und tatsächlich hat der 1985 bei Apple gechasste Steve Jobs in dem Video auch etwas Werbung für seine Neugründung NeXT Inc. und Interpersonal Computing als nächsten Schritt nach der reinen Fertigung von Computern gemacht.

Erst nachdem Apple 1996 NeXT übernommen hatte, ist Jobs wieder zu dem damals schon fast als totgeglaubten Unternehmen zurückgekehrt und hat es erneut zum Erfolg geführt. Auch da hatte er eine Vision, nämlich die vom iPod und iTunes als die Zukunft der Musikvermarktung.

Quelle Titelbild: Adobe Stock / faithie

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