Fast zwei Drittel aller IT-Entscheider wollen ihre Daten für den Klimaschutz löschen

Fast zwei Drittel aller IT-Entscheider wollen ihre Daten für den Klimaschutz löschen

Für das Gros der deutschen Unternehmen steht die Verringerung des CO2-Fußabdrucks auf der Agenda ganz weit oben. 63 Prozent der IT-Verantwortlichen wollen dafür Daten über Bord werfen, allerdings weiß jeder Fünfte nicht, wie viele Daten überhaupt vorhanden sind. Das zeigt eine neue Aparavi-Umfrage.

Die zunehmende Digitalisierung, Cloud- und Internetnutzung haben einen stark gestiegenen Mehrverbrauch von Strom zur Folge. Pro Jahr sind es 70 Terrawattstunden (TWh), zitiert ein Blogbeitrag von USU Software eine Studie des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit im Auftrag der Umweltorganisation BUND. Mehr als doppelt so viel Strom, nämlich 144 TWh verbrauche allein die Kryptowährung Bitcoin für das Mining. Und nur sechs Prozent der Unternehmen würden eine nachhaltige IT umfassend umsetzen. Dabei hat sich Microsoft zum Beispiel zum Ziel gesetzt, bis 2030 CO2-negativ zu sein, Amazon investiert massiv in Wind- und Solarenergie, um bis 2040 klimaneutral zu sein.

Klimabewusstsein und Datenwissen klaffen auseinander

In Deutschland bekunden fast zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen und ihre IT-Verantwortlichen, dass die Verringerung des eigenen CO2-Fußabdrucks für sie Priorität habe und sie dafür auch bereit seien, in mehr oder weniger großem Stil Daten zu löschen. 77 Prozent sprechen sogar von einer konsequenten Datenlöschung. Das ergab eine Studie von Aparavi, Münchener Anbieter einer KI-gestützten Datenmanagement-Plattform und eines Nachhaltigkeitsrechners für mögliche CO2-Einsparungen in Unternehmen. Wie im Vorspann bereits angeschnitten, weiß jeder Fünfte der IT-Entscheider (genauer 21 Prozent) allerdings nicht genau, wie viele Daten im Unternehmen überhaupt vorhanden sind.

Knapp ein Drittel (31 Prozent) nannte zwischen 1.001 und 5.000 Terabyte (TB) an Datenvolumen, bei mehr als jedem Vierten (27 Prozent) sind es sogar über 5.000 TB. Was die Kosten für die Datenspeicherung angeht, war sich die große Mehrheit der IT-Verantwortlichen nicht sicher. 40 Prozent gaben an, dafür in einem Geschäftsjahr bis zu 100.000 Euro zu zahlen, 27 Prozent rechnen mit mehr als 100.000 Euro, jeder Dritte (33 Prozent) konnte auf die Frage hin keine genauen Angaben machen.

YouGov hat im Auftrag von Aparavi zwischen dem 1. und 13. September 2021 mit 522 IT-haupt- und mitverantwortlichen Entscheidern in Deutschland in Online-Interviews durchgeführt.
YouGov hat im Auftrag von Aparavi zwischen dem 1. und 13. September 2021 mit 522 IT-haupt- und mitverantwortlichen Entscheidern in Deutschland in Online-Interviews durchgeführt.

Der Cloud-Weg ist oft der umweltfreundlichere

Wie dem auch sei, ob Umfang und Kosten der Daten bekannt sind oder nicht und wie weit der Nachhaltigkeitsgedanke dabei schon ist, denken immer mehr Unternehmen darüber nach, ihre Daten in die Cloud zu verlagern oder haben schon erste Schritte in die Richtung gemacht, so die Aparavi-Studie. Knapp zwei Drittel (65%) der dazu befragten Unternehmen speichern ihre Daten in der Cloud oder hybrid On-Premises und in der Cloud. Um dahin zu gelangen, führt der Weg oft nicht um die Datenbereinigung herum, indem man nicht mehr benötigte Daten löscht. Als positiver Nebeneffekt verringert sich der erforderliche Speicherplatz, wodurch auch die Kosten und der Stromverbrauch zum Teil deutlich nach unten gehen. Das heißt, dass es auch schon ohne den Nachhaltigkeitsgedanken im Hinterkopf genug Gründe gibt, die sich im eigenen Unternehmen angehäuften Datenberge „auszumisten“.

Die Aparavi-Studie weist aber darauf hin, dass derzeit fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) seine sozialen und ökologischen Auswirkungen in einem ESG- (Environmental, Social and Governance) oder Nachhaltigkeitsreport dokumentiert und evaluiert.

“Wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen, müssen wir alle anpacken und unseren Beitrag leisten“, sagt Roman Eckschlager, Managing Director Sales & Marketing bei Aparavi Europe. Der Wille sei da, in der Praxis fehle es manchmal aber noch an den Fähigkeiten und Technologien, um nachhaltige Ideen wahr werden zu lassen, so Eckschlager in einem Artikel in All about Security. Mit der automatisierten Datenreduzierung, wie sie sein Unternehmen anbiete, ließen sich im Handumdrehen 40 Prozent der Daten reduzieren. „So kann jeder den ersten Schritt unternehmen, um seinen CO2-Fußabdruck zu verringern“, verspricht der Sales- und Marketingchef von Aparavi.

Fazit und Ausblick: Mit dem Eintreten für den Klimaschutz und weniger CO2-Ausstoß sind viele Unternehmen in Deutschland und Europa nicht plötzlich rundum „grün“ geworden. Doch oft gehen Wirtschafts- und Nachhaltigkeitsdenken heute Hand in Hand. Das Thema Datenreduzierung ist nur ein Beispiel, aber kein ganz unwichtiges auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Digitalisierung. Abgesehen davon fahren gerade viele deutsche Unternehmen immer noch gut damit, nachhaltige, energiesparende  Produkte und Technologien zu entwickeln.

Quelle Titelbild: Adobe Stock / Tarokmew

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