13.10.2023
3 Min. Lesezeit

Data Center verbrauchen enorme Mengen an Energie. Betreiber haben daher erkannt, dass sie durch Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit ihren Teil zum Klimaschutz beitragen müssen. Dadurch ergeben sich für sie sogar noch viele weitere Vorteile, wie Gartner zeigt.

Rechenzentren gehören aufgrund des enormen Stromverbrauchs für den Betrieb ihrer Infrastrukturen zu den besonders energieintensiven und damit klimaschädlichen Industrien. Der globale Bedarf an Energie für Data Center betrug 2021 500 bis 650 Terrawattstunden. Dieselbe Menge verbraucht Deutschland in einem Jahr. Deutsche Rechenzentren kommen auf einen Bedarf von 16 Milliarden Kilowattstunden an Energie pro Jahr, was in etwa dem Verbrauch der Stadt Berlin entspricht. Und durch die zunehmende Digitalisierung steigen auch die Kapazitäten und zu verarbeitenden Datenmengen, weshalb Experten davon ausgehen, dass bis 2030 rund fünf Prozent des in der EU produzierten Stroms von Rechenzentren verbraucht werden.

Immer mehr Unternehmen implementieren Nachhaltigkeitsstrategien

Aufgrund dieser Entwicklung wollen immer mehr Betreiber von Rechenzentren Strategien für mehr Nachhaltigkeit in ihre Geschäftsprozesse implementieren, wie eine Studie von Gartner zeigt. Demnach planen das rund 75 Prozent der befragten Unternehmensverantwortlichen bis 2027, was einer erheblichen Steigerung gegenüber einer vorherigen Erhebung entspricht.

Denn im Jahr 2022 wollten das gerade einmal fünf Prozent der Befragten. Dabei bildet mehr Umweltschutz nur eine von vielen Motivationen für diesen Schritt, viele Unternehmen haben mittlerweile noch weitere Vorteile für sich und ihr Geschäft identifiziert. Dazu gehören die Themen Kostenreduktion, Innovation und Risikominimierung.

Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit bieten diverse Vorteile

Denn durch mehr Nachhaltigkeit in allen Geschäftsbereichen lassen sich etwa vermehrt Ressourcen einsparen, durch die optimierte Verwaltung von Systemen, die Verbesserung der Serverauslastung und Speicherkapazitäten oder eine Verlängerung der Lebensdauer von Servern und weiterer Infrastruktur. Dadurch ist laut Gartner eine Einsparung der Betriebskosten und Ausgaben für neue Geräte von bis zu 60 Prozent und mehr möglich.

Zusätzlich profitieren Unternehmen von neuen, innovativen Produkten und Services, die durch eine Neuausrichtung hin zu mehr Nachhaltigkeit auf den Markt kommen. Dazu gehören etwa KI-basierte Technologien, die durch Automatisierung und intelligente Steuerung mehr Energieeffizienz ermöglichen und direkten Zugang zu gesammelten Daten gewähren. Auf dieser Basis lassen sich Anwendungen präzise Steuern und hinsichtlich ihrer Leistung optimieren.

Die Optimierung der eingesetzten Ressourcen sowie datenbasierte Insights in den Verbrauch und die allgemeinen Abläufe von Prozessen in Data Centern sorgen zusätzlich für eine gesteigerte Resilienz von Infrastrukturen und Systemen. Unternehmen profitieren somit gerade in Krisenzeiten durch den Einsatz von Nachhaltigkeitsstrategien von verbessertem Risikomanagement und -minimierung, etwa durch eine autarke Stromversorgung mit selbstproduzierten erneuerbaren Energien.

Kunden nehmen Betreiber in die Pflicht

Auch Kunden fordern von Rechenzentrumbetreibern mehr Engagement im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Schließlich müssen auch sie gesetzliche Vorgaben sowie die Erwartungen ihrer eigenen Zielgruppen erfüllen. Eine Studie von 451 Research kommt zu dem Ergebnis, dass 77 Prozent der Betreiber in dieser Hinsicht von ihren Kunden auch vertraglich zur Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien und Maßnahmen für mehr Energieeffizienz verpflichtet werden. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit für Unternehmen und verdeutlicht den wachsenden Druck auf Rechenzentrumbetreiber, sich aktiv für umweltfreundliche Lösungen einzusetzen.

Quelle Titelbild: Adobe Stock / Alexander Ross

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