04.10.2026
4 Min. Lesezeit

Google zahlt im „AI contribution pilot“ rund 100 digitalen Publishern dafür, wie stark deren Inhalte zu KI-Antworten beitragen. Die Beträge reichen von unter 880 Euro über mehrere Monate bis zu mehr als 880.000 Euro pro Jahr. Nach welcher Formel gerechnet wird, wissen die Teilnehmer nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google vergütet rund 100 digitale Publisher für ihren Beitrag zu Antworten in Gemini, AI Overviews und AI Mode.
  • Kleine Teilnehmer erhalten unter 880 Euro über mehrere Monate, ein früher Teilnehmer mehr als 880.000 Euro pro Jahr.
  • Die Berechnung bleibt intransparent, einige größere Medienhäuser bleiben dem Programm fern.

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Ein Pilot mit rund 100 Teilnehmern

Google bezahlt rund 100 digitale Publisher dafür, wie stark deren Inhalte zu KI-generierten Antworten in der Suche und anderen Produkten beitragen. Das berichtete The Information am 29. September 2026 unter Berufung auf Eingeweihte. Digiday beschrieb den „AI contribution pilot“ bereits am 14. September: Der Mechanismus stützt sich auf die Google Search Console. Google zahlt, wenn Inhalte nach eigener Bewertung wesentlich („significantly“) zu Antworten in Gemini, AI Overviews und AI Mode beitragen.

Google selbst nennt das Programm einen frühzeitigen Lernpiloten. Er soll testen, wie sich hochwertige Inhalte zusätzlich zum bestehenden Traffic und den bestehenden Werkzeugen vergüten lassen. Laut Search Engine Roundtable läuft der Test seit weniger als einem Jahr.

Was ist Grounding? Grounding bezeichnet das Verfahren, bei dem generative KI ihre Antworten an externe Inhalte bindet. Google nennt Grounding als Weg, über den Websites zur Aktualität und Faktentreue von KI-Antworten beitragen.

Zwischen Zehntelprozent und Millionenbetrag

Die Spreizung ist der auffälligste Befund. Kleinere Websites haben nach Angaben von Search Engine Roundtable über mehrere Monate weniger als 880 Euro erhalten. Bei mehreren kleinen und mittleren Blogs und Websites machen die Zahlungen weniger als 0,1 Prozent der Werbeerlöse aus. Ein Publisher, der erst vor wenigen Monaten beigetreten ist, bekam bisher etwa 44.000 bis 53.000 Euro und sieht darin nach eigener Aussage keinen wesentlichen Teil seines Geschäfts. Ein früh beigetretenes Unternehmen verdient dagegen mehr als 880.000 Euro pro Jahr, ein größerer Anteil seines Umsatzes.

Die Zeiträume unterscheiden sich in den Angaben: einmal mehrere Monate, einmal ein Jahr. Eine exakte Rangfolge pro Zeiteinheit lässt sich daraus nicht bilden. Die Größenordnungen reichen dennoch von kaum spürbar bis geschäftsrelevant.

Ein Monatswert ohne Formel

Die Zahlungen bemessen sich nach dem Beitrag jeder einzelnen Quelle zu einer KI-Antwort. Teilnehmer erhalten den Betrag laut Digiday als Monatswert in einem Search-Console-Widget, ohne Details zur Berechnung. Search Engine Roundtable zitiert Teilnehmer, die nicht wissen, wie Google die Beträge ermittelt. Die Zahlungen schwanken demnach monatlich ohne Erklärung. Immerhin können Publisher Einnahmen und Zahlungen in der Search Console verfolgen und die Teilnahme dort jederzeit beenden.

Googles Vizepräsident für Government Affairs und Public Policy, Markham Erickson, hatte am 18. Juni 2026 in einem Blogbeitrag angekündigt, neue Partnerschaftsmodelle mit Websites zu erproben. Gemeint sind Seiten, deren Inhalte über das Grounding wesentlich zur Aktualität und Faktentreue generativer Antworten beitragen. Im News-KI-Pilot bindet Google nach eigenen Angaben bereits mehr als 200 Publikationen weltweit ein. Über Extended News Previews vergütet das Unternehmen mehr als 5.500 europäische Publikationen. Bei News Showcase zahlt es mehr als 2.800 Partnern in 33 Ländern.

Große Medienhäuser verzichten

Wegen der geringen Vergütung haben nach Angaben von heise einige größere Medienhäuser die Teilnahme abgelehnt. Sie wollen mit ihrer Zurückhaltung Google und andere KI-Anbieter zu höheren Zahlungen bewegen. Andere Publisher sehen das Programm als Chance herauszufinden, welche Inhalte Googles KI besonders hoch bewertet.

Parallel läuft der Druck von außen. Die Europäische Kommission eröffnete im Dezember 2025 eine Kartelluntersuchung. Sie prüft, ob Google unfaire Bedingungen auferlegt, indem es Publisher-Inhalte für KI-Funktionen ohne angemessene Vergütung oder echte Opt-out-Möglichkeit nutzt. Unabhängige Verlage hatten schon im Juli 2025 Beschwerde über AI Overviews eingereicht. Der britische Wettbewerbsregulierer entschied im Juni 2026, dass Google Publishern ein Opt-out aus den KI-Suchfunktionen ermöglichen muss. Die Kommission untersucht zudem die Auswirkungen dieser Funktionen auf den Web-Traffic.

Was das für Unternehmen mit eigenen Inhalten heißt

Der Pilot richtet sich an digitale Publisher. Ob auch Unternehmen mit Fachwissen, Dokumentation oder Content-Marketing teilnehmen können, ist offen. Google bewertet aber bereits den Beitrag einzelner Quellen zu KI-Antworten bewertet und weist ihn als Geldwert aus. Für contentgetriebene Organisationen ist das eine erste Messgröße dafür, wie stark eigene Texte in Googles Antworten eingehen.

Diese Messgröße kommt vorerst ohne Formel. Eine Planung auf Basis der Zahlungen ist bei monatlichen Schwankungen ohne Erklärung kaum möglich. Offen bleibt zudem die Rechtslage: Die Teilnahme am Google-News-KI-Pilot soll laut heise weitreichende Nutzungsrechte erfordern. Wer am AI contribution pilot teilnehmen will, sollte klären, ob das auch dort gilt.

Häufig gestellte Fragen

Wer wird im AI contribution pilot vergütet?

Google zahlt rund 100 digitalen Publishern. Sie erhalten Geld, wenn ihre Inhalte nach Googles Bewertung wesentlich zu KI-generierten Antworten in Gemini, AI Overviews und AI Mode beitragen.

Können Teilnehmer das Programm verlassen?

Ja. Publisher können die Teilnahme in der Google Search Console jederzeit beenden. Dort verfolgen sie auch Einnahmen und Zahlungen.

Warum nehmen einige große Medienhäuser nicht teil?

Wegen der geringen Vergütung haben einige größere Häuser abgelehnt. Mit ihrer Zurückhaltung wollen sie Google und andere KI-Anbieter zu höheren Zahlungen bewegen.

Bildquelle: KI-generiert (Oktober 2026)

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