E-Rechnung verbindet CFO und CIO
Tobias Massow
5 Min. Lesezeit Die E-Rechnung verbindet steuerliche Verantwortung mit Systemverantwortung: Carlos Mercuriali, ...
Acht von zehn Befragten arbeiten mit KI schneller. Trotzdem bewegt sich der Gewinnbeitrag seit einem Jahr nicht. Das ist der Befund der neuen McKinsey-Umfrage unter 1.719 Fach- und Führungskräften. Drei Tage später legt dieselbe Beratung ein Playbook vor, das 20 Prozent mehr EBITDA verspricht.
Das Wichtigste in Kürze
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McKinsey hat für die Umfrage The State of AI 2026 im Mai und Juni 2026 rund 1.700 Fach- und Führungskräfte in 97 Ländern befragt. Acht von zehn Befragten sagen, KI habe ihre eigene Arbeit beschleunigt.
McKinsey benennt in der Auswertung die Lücke, die sich dahinter auftut: Die Menschen werden schneller, die Firma verdient daran nicht mehr. 37 Prozent der Organisationen berichten einen positiven Beitrag zum EBIT, dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Vor einem Jahr lag die Zahl an derselben Stelle, obwohl seither deutlich mehr Organisationen KI unternehmensweit einsetzen. Auch die Spitze bewegt sich nicht: Sechs Prozent führen mindestens fünf Prozent ihres EBIT auf KI zurück, McKinsey nennt sie High Performer.
| Kennzahl aus der Umfrage | 2026 | Vorjahr |
|---|---|---|
| Positiver EBIT-Beitrag durch KI | 37 Prozent | 37 Prozent |
| High Performer (mindestens 5 Prozent EBIT aus KI) | 6 Prozent | 6 Prozent |
| Eigene Produktivität gestiegen | 80 Prozent | k. A. |
| High Performer, die Abläufe grundsätzlich umbauen | knapp 75 Prozent | 55 Prozent |
| Übrige Befragte, die Abläufe umbauen | rund 25 Prozent | k. A. |
| KI hat die Belegschaft verkleinert (berichtet) | 14 Prozent | 32 Prozent (Erwartung im Vorjahr) |
Quelle: McKinsey, The State of AI 2026, Online-Umfrage unter 1.719 Teilnehmenden in 97 Ländern, Feldzeit Mai bis Juni 2026, gewichtet nach BIP-Anteil.
Die Belastung verteilt sich dabei ungleich. 47 Prozent der mittleren Führung und der Sachbearbeitenden nennen mindestens eine negative Folge des KI-Einsatzes, bei Vorstand und oberer Leitung sind es 31 Prozent. Wer den Alltag mit den Werkzeugen teilt, spürt die Reibung. Wer die Investition genehmigt, sieht vor allem die Beschleunigung.
Drei Tage nach der Umfrage erschien im McKinsey Quarterly das Stück „The new management playbook for AI“. Es beginnt mit dem Satz, 94 Prozent der Unternehmen hätten noch keinen bedeutsamen Wert erzeugt. Die Fußnote zeigt zurück auf denselben Survey: Der Satz beschreibt die Kehrseite der sechs Prozent High Performer. Eine zweite Erhebung steckt nicht dahinter.
Danach folgen 20 ausgewählte Firmen, die McKinsey selbst begleitet hat. Nach drei Jahren steht bei ihnen im Schnitt ein Fünftel mehr EBITDA, also Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Dahinter stehen Investitionen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich, also dieselben 20 begleiteten Fälle und keine Weltstichprobe.
Beide Zahlen können stimmen, weil sie verschiedene Dinge beschreiben. Die Umfrage ist eine gewichtete Weltstichprobe. Das Playbook ist ein ausgewähltes Erfolgssample derselben Beratung, die solche Transformationen verkauft. Für die Breite der Umfrage gilt weiter: Der EBIT-Beitrag bewegt sich nicht.
Wenn der Gewinn ausbleibt, liegt der Personalabbau als nächster Schritt nahe. Die Umfrage stützt ihn nicht. 14 Prozent der Organisationen mit KI-Einsatz berichten, KI habe im vergangenen Jahr zur Verkleinerung der Belegschaft beigetragen. Im Jahr davor hatten 32 Prozent genau das erwartet, also mehr als doppelt so viele, wie es dann erlebten.
Die Organisationen erwarten Personalrückgänge, die Befragten sehen die eigene Stelle selten betroffen. Für das kommende Jahr erwarten 39 Prozent Rückgänge in der Belegschaft, aber nur 13 Prozent fühlen sich in der eigenen Karriere bedroht.
32 Prozent der Organisationen haben mindestens ein Softwareprodukt nicht gekauft, weil KI-Programmierwerkzeuge, sogenannte Coding-Agenten, die Funktion intern gebaut haben. Das verschiebt Kosten vom Software-Etat in die eigene Entwicklung, erklärt den flachen EBIT-Beitrag aber nicht.
Was die High Performer unterscheidet, ist der Umbau. Umbau heißt bei McKinsey: Der Prozess wird um den Agenten herum neu geschnitten, statt dem Sachbearbeiter ein Werkzeug auf den alten Ablauf zu setzen. Knapp drei Viertel der High Performer tun das inzwischen, nach 55 Prozent im Vorjahr, bei den übrigen Befragten bleibt es ein Viertel. Sie verfolgen Wachstum oder Innovation neben Effizienz und messen den Effekt. Im Report heißt es, der begrenzende Faktor sei die Fähigkeit der Organisation, Veränderung aufzunehmen.
Kate Smaje, bei McKinsey global für Technologie und KI zuständig, legt die Verantwortung dorthin, wo der Ablauf lebt: Qualität und Urteil bleiben beim Fachbereich, der den Prozess besitzt. Zum Vorgesetzten von tausend Agenten wird der Technikvorstand deshalb nicht; die Verantwortung bleibt im Fachbereich.
Jeder Fünfte begrenzt den KI-Einsatz bereits wegen der Betriebskosten, weil die Abrechnung je Token, also je verarbeitetem Textbaustein, spürbar wird. 60 Prozent wollen im nächsten Jahr trotzdem mehr investieren. Solange der Ablauf derselbe bleibt, bleibt die persönliche Geschwindigkeit ein Zeitgewinn im Kalender und kein Posten in der Gewinnrechnung. Ob die Ausgaben 2027 dort ankommen, zeigt erst die nächste Umfrage.
Was ist der State-of-AI-Survey? McKinsey befragt jährlich Fach- und Führungskräfte weltweit zur Nutzung und Wirkung von KI. High Performer nennt die Beratung die sechs Prozent der Organisationen, die mindestens fünf Prozent ihres Betriebsergebnisses auf KI zurückführen.
Eine Online-Umfrage unter 1.719 Teilnehmenden in 97 Ländern, Feldzeit Anfang Mai bis Anfang Juni 2026. Die Daten sind nach BIP-Anteil der Länder gewichtet. 36 Prozent der Befragten arbeiten in Organisationen mit Umsatz jenseits der Milliardengrenze.
Einzelne werden schneller, der Gewinn der Firma folgt erst, wenn Abläufe umgebaut und Effekte gemessen werden. Genau das tun High Performer deutlich häufiger als der Rest.
Nein. Die Umfrage beschreibt die Breite. Das Playbook beschreibt 20 ausgewählte Fälle derselben Beratung. Die 94 Prozent ohne bedeutsamen Wert sind die Kehrseite der sechs Prozent High Performer.
32 Prozent haben mindestens ein Produkt oder eine Funktion nicht gekauft, weil Coding-Agenten es intern gebaut haben. Bei High Performern liegt der Anteil bei knapp der Hälfte. Das ändert die Frage nach Eigenbau oder Kauf, den EBIT-Hebel erklärt es nicht.
Nein. Sie zeigt eine Erwartung. Den Rückgang hatten mehr als doppelt so viele erwartet, wie ihn dann erlebten.
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Bildquelle: KI-generiert (August 2026)
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