O2 Telefónica weitet sein IoT-Netz auf Satelliten aus

Sieben Monate nach der Deutschen Telekom hat nun auch O2 Telefónica eine Kooperation mit Skylo angekündigt, um sein IoT-Netz auf Satelliten auszudehnen. Der satellitengestützte, hybride NB-IoT-Dienst soll im ersten Quartal 2024 in Betrieb gehen und Europa und Nordamerika versorgen.

Polarforschende und Skipper auf hoher See sind auf Satellitentechnik angewiesen, um zu kommunizieren. Satelliten könnten auch einspringen, wenn wie derzeit noch kein lückenloser 5G-Empfang gegeben ist, um Fahrzeugflotten zuverlässig zu vernetzen und autonomes Fahren zu ermöglichen. Daher geben sich die europäischen Betreiber bei den amerikanischen Non-Terrestrial-Network-Anbietern (kurz NTN) gerade die Klinke in die Hand, um ihre IoT-Netze auf Satelliten auszuweiten. Erst hat die Deutsche Telekom im Februar 2023 eine entsprechende Kooperation mit Skylo angekündigt, Ende September dann O2 Telefónica. Geplant ist, im ersten Quartal 2024 den hybriden NB-IoT-Dienst in Europa und Nordamerika in Betrieb zu nehmen.

Skylo mit Sitz in Kalifornien hat sich darauf spezialisiert, durch Satellitenunterstützung eine lückenlose Anbindung von schmalbandigen, sogenannten NB-IoT-Geräten zu ermöglichen. Schmalband oder Narrowband (NB) verspricht im Gegensatz zu Breitband einen sehr konstanten Frequenzgang und findet oder fand unter anderem bei CB-Funk, ISDN und älteren Mobilfunknetzen wie GSM und GPRS Einsatz.

Was sich hinter Narrowband-IoT verbirgt

Die Deutsche Telekom hat 2017 schon erklärt, was sich hinter Narrowband IoT verbirgt. Demnach wäre mit „normalem“ Mobilfunk im Internet of Things nichts zu machen, weil der Energieverbrauch viel zu hoch wäre und die Netze unter der Last von zigtausenden Geräten oder Sensoren in einer Funkzelle schnell zusammenbrechen würden. Die Schmalband- oder Narrowband-Kommunikation arbeitet dagegen mit 3GPP-Funkwellen, die eine besonders großflächige Abdeckung erlauben und auch in der Lage sind, Betonwände und Ähnliches zu durchdringen. Da die betreffenden Sensoren nur einmal pro Stunde oder Tag kleine Datenpakete übertragen, kommen sie über Jahre ohne Batteriewechsel aus.

Verbesserte Netzabdeckung und mehr Transparenz in den Lieferketten

Ab Anfang 2024 sollen sich dann NB-IoT-fähige Geräte oder Sensoren im Telefónica-Netz auch mit Satelliten verbinden, um Ausfälle zu vermeiden. Dabei kommt der Direct-to-Device-Standard der auch 3GPP Rel. 17 genannten 5G-NTN-Technologie zum Einsatz, die erlaubt, dass die betreffenden Geräte oder Module für dauerhaften Empfang zwischen terrestrischen und nicht-terrestrischen Netzen wechseln können. Zu den Anwendungsfällen gehört unter anderem die Nachverfolgung von Transportgütern an Land und auf See für eine lückenlose globale Transparenz in den Lieferketten.

Das NTN-Netz von Skylo soll entsprechende Versorgungslücken schließen und künftig auch 5G-Funkmodulen ermöglichen, zwischen terrestrischen und nicht-terrestrischen Netzen zu wechseln, was auch autonomem Fahren oder der Landwirtschaft zugutekommen würde. Denn viele Landwirtschaftsbetriebe haben Farming 4.0 für sich entdeckt, wären mit der Digitalisierung aber schon viel weiter, wenn sie nicht ständig Funklöchern ausgesetzt wären.

Die beiden neuen Kooperationspartner wollen ihre Angebote schrittweise auch auf andere Kontinente ausweiten, um so irgendwann eine globale Abdeckung zu erreichen. Karsten Pradel, Director B2B bei O2 Telefónica, nennt die Zusammenarbeit mit Skylo einen wichtigen Baustein: „Mit Skylo zusammen können wir unseren Kunden nun auch in entlegeneren Gebieten IoT-Vernetzungslösungen aus einer Hand anbieten.“

Die Deutsche Telekom hat zusammen mit Skylo und Intelsat die T IoT genannte Satellitenkommunikation schon in unterschiedlichen Branchen getestet, so zum Beispiel bei der Vernetzung von Windkraftanlagen der Bremer Firma Lanthan, um die nötige Sicherheit beim Flugverkehr herzustellen, wozu verlässliche Lichtsignale erforderlich sind. In abgelegenen Gebieten reicht die normale Mobilfunkversorgung dafür nicht aus.

Die T IoT genannte Satellitenkommunikation wurde von der Deutschen Telekom schon in unterschiedlichen Branchen getestet (Quelle: Adobe Stock/Ardan Fuessmann).

Eine andere Partnerschaft ist die mit dem Datenspezialisten Divirod, der Kommunen und Unternehmen dabei hilft, Wasserrisiken zu erkennen und rechtzeitig zu vermeiden. Projektkunden reichen von Florida bis zum Weltkulturerbe Venedig.

Fazit: Die Welt rückt immer mehr zusammen, und dennoch klaffen national wie international immer noch große Kommunikationslücken. Um diese zu stopfen und Aufgaben der Zukunft zu meistern, braucht es Innovationen wie die genannte NB-IoT-Technologie ebenso wie Erfindergeist, wie ihn Axians immer wieder zeigt. So hat beispielsweise die Axians GA in Neu-Ulm auf einem Hochhaus die Funkmodule der führenden 5G-Provider in Deutschland gebündelt und ein Trenching (Furchen) genanntes weniger invasives Verlegeverfahren für Glasfaserkabel eingeführt.

Quelle Titelbild: Adobe / Imagecreator

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