19.07.2023

Für die Energiewende setzt die Bundesregierung unter anderem auf Smart Grids genannte intelligente Stromnetze. Die Bauingenieursschule ESTP Paris hat zusammen mit VINCI Energies einen Demonstrator als Proof of Concept eingerichtet, um die Entwicklung voranzutreiben. 

Smart Meter, sprich intelligente Stromzähler, sind vielen ein Begriff, weil sie in Neubauten mittlerweile vorgeschrieben sind, um tages- oder sogar stundenaktuell Zählerstände zu übermitteln und den Energieversorgern eine bessere Planung zu erlauben.

Um Smart Grids oder intelligente Stromnetze ist es in letzter Zeit etwas still geworden. Davor war von Wachmaschinen, die sich tagsüber oder nachts von allein einschalten die Rede, oder von E-Autos, die mit Nachtstrom, der tagsüber nicht verbraucht wurde, wieder aufgetankt werden. Denn bei der damit verbundenen Energiewende, auf die Smart Grid einzahlen soll, geht es jeweils darum, überschüssigen Strom aus regenerativen Energien sinnvoll zu nutzen, statt ihn wie bisher oft im Sande versickern zu lassen oder gegen Aufpreis sogar ins Ausland abführen zu müssen.

Cisco konnte 2009 sogar einige Kommunen und Versorgungsunternehmen in Deutschland mitreißen, aber richtige Proofs of Concepts blieben aus. Ein solches hat nun mit einem Smart-Grid-Demonstrator die Bauingenieurshochschule ESTP Paris zusammen mit VINCI Energies auf ihrem Campus in Cachan, südlich der französischen Hauptstadt realisiert. Die Einweihung war Ende September 2022. Die Axians-Mutter VINCI Energies ist ein Tochterunternehmen von VINCI SE, dem größten Baukonzern außerhalb Chinas. Und bei dem ESTP-Projekt waren vor allem die drei Business Units Actemium Vitry, VINCI Facilities TEM und Citeos Solution Digitales involviert.

Alle sollen davon profitieren und an der Energiewende teilhaben

Der Demonstrator soll vor allem der Forschung, Entwicklung und Lehre im Bereich Smart Grids dienen und auch der gesamten Industrie zur Verfügung stehen, um dort Infrastruktur und Equipment zu testen und somit die Energiewende in Frankreich und Europa voranzutreiben.

Juliette Gaborit, Projektleiterin bei Citeos, nennt die Herangehensweise der ESTP einzigartig, aber auch unorthodox, alle Organisationen, die sich für die Beschleunigung der Energiewende einsetzen, gleichermaßen in die Innovationsentwicklung einzubeziehen.

Um die Energiewende in Europa voranzutreiben soll das Smart Grid der ganzen Industrie zur Verfügung stehen (Quelle: Adobe / Flash concept).

Ihr Unternehmen hat unter anderem einen Hypervisor konzipiert, an dem die Ingenieur:innen von morgen unterrichtet und für die Herausforderungen der Energiewende sensibilisiert werden sollen.

Der FCC-Beamte meint, es müsse eine gewisse Marktkorrektur in Europa stattfinden. Wer sage, dass der Status quo funktioniere, habe keinen Überblick über die Vergleichsdaten zwischen diesem Teil und anderen Teilen der Welt. US-Betreiber würden im Übrigen mittlerweile doppelt so viel in ihre Netze investieren als ihre europäischen Pendants.

Während das US-Handelsministerium 40 Milliarden Dollar zur Finanzierung von Breitbandprojekten bereitstellt, vermisst Carr Vergleichbares in der EU. Als eine andere Möglichkeit nennt Carr, weitere Zusammenschlüsse von Telekommunikationsanbietern zu erlauben. Doch davor würden EU-Wettbewerbshüter in der Regel zurückschrecken.

Als dritten möglichen Weg nennt Carr, europäische Netzbetreiber zu ermutigen, die Großhandelspreise deutlich zu erhöhen. Das würde in der EU-Politik wegen der hohen Inflation und steigender Lebenshaltungskosten auch auf wenig Akzeptanz stoßen. Als empfehlenswert bleibt für ihn  daher nur die angedachte Netzabgabe. Er bezeichnet das als „Fair Share“ (gerechtes Teilen), einen Begriff, der laut Heise auch in den EU-Gremium immer wieder die Runde macht.

Auch in den USA schaue man sich das sehr genau an. Und dabei befreit Carr Europa auch vom Vorwurf des Protektionismus. Eine Datenmaut verstoße auch nicht gegen das Prinzip der Netzneutralität, und sie habe auch nicht das Ziel, den Netzverkehr von Anbietern zu verlangsamen, die an der Telekommunikationsbranche vorbei agieren.

Carr ist damit anderer Meinung als das Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (Gerek), das im Herbst 2022 feststellte, dass das ständige Drängen der Netzbetreiber auf Kostenbeteiligung nicht gerechtfertigt sei.

Der Entwurf der Netzbetreiber wurde bereits der EU-Kommission vorgelegt. Die hat aber laut Golem eine Stellungnahme abgelehnt. Und damit folgte sie wohl indirekt auch einer Forderung der Facebook-Mutter Meta.

Wie sich in der Vergangenheit schon gezeigt hat, hängt die Implementierung solcher intelligenten Netze nicht nur von der Technologie, sondern auch von der Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft, Versorgungsunternehmen und der öffentlichen Hand ab.

Man braucht die Zusammenarbeit verschiedener Kräfte, damit die Implementierung dieser Netze funktioniert (Quelle: Adobe Stock / Lou W/peopleimages.com).

Ein solcher Demonstrator, wie er auf dem Campus der ESTP entstanden ist, kann wichtige Weichen stellen, die Anbindung ganzer Stadtviertel an das lokale oder regionale Versorgungsnetz zu erproben und im Weiteren auch zu realisieren, damit die heute immer mehr verfügbaren erneuerbaren Energien eben nicht im Sande versickern.

Wie sich in der Vergangenheit schon gezeigt hat, hängt die Implementierung solcher intelligenten Netze nicht nur von der Technologie, sondern auch von der Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft, Versorgungsunternehmen und der öffentlichen Hand ab. Ein solcher Demonstrator, wie er auf dem Campus der ESTP entstanden ist, kann wichtige Weichen stellen, die Anbindung ganzer Stadtviertel an das lokale oder regionale Versorgungsnetz zu erproben und im Weiteren auch zu realisieren, damit die heute immer mehr verfügbaren erneuerbaren Energien eben nicht im Sande versickern.

Der in Cachan eingerichtete Demonstrator verfügt über 10-kW-Wechseltrichter für die Energieproduktion, Batterien beziehungsweise Akkus mit einer Gesamtkapazität von 100 kWh, eine Stromtankstelle mit 14 kW Leistung und einen intelligenten, variablen Last-Emulator mit bis zu 50 kW für den Verbrauch. Wie in TheAgilityEffect zu lesen ist, sollen auch bald eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, Brennstoffzellen und weitere mögliche regenerative Energiequellen folgen. Es geht also voran, in Sachen Energiewende.

Quelle Titelbild: Adobe / Art.disini

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