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Startups im Ruhrgebiet: Fette Kohle oder Schicht im Schacht

Die Metropolregion Rhein-Ruhr mausert sich zu einem Hotspot für deutsche Startups und profitiert dabei von mehreren Besonderheiten der Region. Wo im Ruhrgebiet die Vorteile für Startups liegen und wo es für diese noch etwas hapert, erfahren Sie hier.  

Die deutschen Startup-Hotspots Berlin, Hamburg, München und Stuttgart/Karlsruhe stagnieren. Der neue Shooting Star ist das Ruhrgebiet. Auch hier werden immer mehr Startups gegründet oder angesiedelt. Das legen die Zahlen der Studie „7. Deutscher Startup Monitor 2019“ nahe, an der sich rund 2.000 Startups beteiligt haben. Sie hat zum Ziel, Bedeutung und Entwicklungen von deutschen Startups zu beleuchten. 

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Eine PwC-Studie zeigt die Startup-Hotspots in Deutschland. Der Newcomer: Das Ruhrgebiet. Quelle: PwC-Studie.

Hochschullandschaft als Standortvorteil

Da Ruhrgebiet profitiert von der Größe der Metropolregion und von der großen Zahl an Universitäten und Hochschulen. Zudem haben die Universitäten im Ruhrgebiet ihre Aktivitäten zur Förderung der Startup-Kultur deutlich ausgebaut. Somit können die dortigen Startups bestens ausgebildete Mitarbeiter rekrutieren. Knapp die Hälfte der Befragten in der Studie haben die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal als gut bezeichnet. Ein weiterer Vorteil liegt im reichhaltigen Angebot von Büroimmobilien. Hier zeigten sich 60 Prozent zufrieden, während der bundesweite Durchschnitt lediglich bei 36 Prozent liegt.

Junge Startups

Ein charakteristisches Merkmal vieler Startups in der Region Rhein-Ruhr besteht darin, dass sie noch weitgehend in den Anfängen stecken. Der Grund liegt auf der Hand: Das Ruhrgebiet hat in Sachen Startups vergleichsweise spät Fahrt aufgenommen. Dementsprechend hinken die jungen Startups beim Jahresumsatz sowie bei der Zahl der Mitarbeiter noch etwas hinterher. Sie erwirtschafteten im aktuellen Geschäftsjahr im Schnitt 700.000 Euro gegenüber einem Durchschnitt von zwei Millionen Euro bundesweit. Das merkt man auch an der Beschäftigungsanzahl: Die Startups im Ruhrgebiet beschäftigen durchschnittlich 11 Mitarbeiter, der bundesweite Schnitt liegt hingegen bei 16 Mitarbeitern. Dennoch steigt die Anzahl von Beschäftigten und der Jahresumsatz von Jahr zu Jahr an.

Die Geldtöpfe hängen hoch

Einen Nachteil hat das Ruhrgebiet dennoch für Startups. Die Kapitalbeschaffung erweist sich für viele als große Hürde und Wachstumsbremse. Zwischen den genutzten und bevorzugten Finanzierungsquellen besteht eine große Kluft. Die Startups aus dem Revier finanzieren sich in erster Linie über eigene Ersparnisse (83 Prozent) und staatliche Fördermittel (38 Prozent) sowie mit Geld von Freunden und Familie. Angestrebte Finanzierungsquellen wie Venture Capital und Business Angels sind in der Minderheit. Weniger als zehn Prozent sind VC-finanziert. Die Ergebnisse weisen deutlich auf fehlendes Kapital und damit auf einen Hemmschuh für die Startup-Szene an Rhein und Ruhr hin.

Ungewisse Zukunft

Alles in allem hat das Ruhrgebiet ein Potenzial zum regelrechten Hotspot für Startups zu werden. Wenn Business Angels und Venture Capital dieses Potenzial erkennen und vermehrt mit Finanzierungen an die Ruhrpotter Startups treten, wird das Gebiet mit Berlin, Hamburg und München gleichziehen können.

Eine Frage wird nur sein, wie sich die Corona-Krise auf die Startups im Ruhrgebiet und bundesweit auswirken wird. Aber aufgrund der Konzentration auf innovative digitale Themen erscheint ein bisschen Zuversicht durchaus angebracht.

Unser Experte Bernhard Kirchmair, Chief Digital Officer (CDO), VINCI Energies DACH & Europe East, hat 6 hilfreiche Tipps für Startups zusammengefasst, die den jungen Unternehmen durch die aktuelle Krise helfen. Den Artikel finden Sie hier.

Quelle Titelbild: iStock / omersukrugoksu

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