Studie zeigt: Digitale HR ist auf einem guten Weg

Deutsche Personalverantwortlichen setzen auf die Digitalisierung. Aktuelle Studien bescheinigen Human Resources (HR) bereits große Fortschritte auf diesem Weg, es gibt allerdings noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Dieser Beitrag zeigt die wichtigsten Erkenntnisse der beiden Studien.

So sehen Sieger aus: „Das gesamte Recruiting war und ist im Wandel und bricht bewusst mit alten Traditionen bei der Bewerbersuche. Heute läuft die Bewerberansprache größtenteils über digitale Medien wie zum Beispiel LinkedIn oder Xing und dazu Instagram für das Branding.“

„In den letzten 10 Jahren haben wir bei ALDI SÜD die Einführung eines Bewerbermanagementsystems gemeistert, sodass das Recruiting viel digitaler und der Anteil an Papierbewerbungen stark reduziert wurde“, erklärt Anja Königstein, Managerin HR Marketing ALDI SÜD.

 

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„In Zeiten des Fachkräftemangels, des demografischen Wandels und der Digitalisierung wird das Recruiting zu einer wachsenden Herausforderung und wandelt sich vom reinen Prozess zu einem strategischem HR Element, das auch den Unternehmenserfolg entscheidend beeinflussen kann. Die Digitalisierung hat den Unternehmen vielfältige Chancen zur Steigerung der Effektivität und Effizienz beim Recruiting eröffnet“, stellt Andrea Pfister fest, HR Corporate Recruiting ALTANA AG.

„Ganz klar die Verschärfung des War for Talent in bestimmten Branchen und damit verbunden die deutliche Professionalisierung des Recruitings. Auch hat sich durch diese Entwicklung aus meiner Sicht der Blick auf diesen Bereich der Personalarbeit gewandelt. Recruitment und Employer Branding sind nicht mehr Randbereiche, die man ebenso mitmacht“, betont Bianca Städter, Manager Legal Recruitment Allen & Overy LLP.

Diese drei Powerfrauen haben eines gemeinsam: Ihre Erfolge bei der Digitalisierung wurden in der Studie BEST RECRUITERS vom career Institut & Verlag GmbH  ausdrücklich gewürdigt , die zum achten Mal die Recruiting-Leistung deutscher Arbeitgeber untersucht hat.

Deutsche Arbeitgeber auf gutem Weg

Auch die „HR-Studie 2020 Umfrage: Ist Personalarbeit 4.0 in deutschen Unternehmen angekommen?“ des Softwarehauses forcont und des Lehrstuhls für Personalwirtschaft und Business Governance an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bescheinigt deutschen Personalentscheidern große Fortschritte. Angetrieben wird die Digitalisierung im HR durch wichtige Fragestellungen.

Thema Nummer eins ist nach wie vor der Fachkräftemangel: Auf die Frage nach den drei wichtigsten strategischen Aufgaben des HR-Bereichs nannte ein Drittel der Befragten (34 Prozent) das Gewinnen von qualifiziertem Personal. Dicht dahinter folgten die Digitalisierung und Automatisierung von Personalprozessen sowie das Begleiten unternehmensinterner Veränderungen, das Senken des administrativen Aufwands und das langfristige Binden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Zeit ist Geld

Das Aufgabenprofil eines HR-Verantwortlichen ist am stärksten von operativen Tätigkeiten geprägt: Für rund die Hälfte beanspruchen diese am meisten Zeit. 37 Prozent identifizierten hingegen die Administration als das Feld, für das die Personalabteilung am meisten Zeit aufwendet. Lediglich 11 Prozent sagten, dass der größte Teil der HR-Arbeitszeit in strategische Aufgaben fließt. Zwei Drittel gaben an, dass das Erstellen von Dokumenten, wie zum Beispiel Arbeitsverträgen, in der alltäglichen Personalarbeit viel Zeit kostet. Das Bearbeiten von Mitarbeiteranfragen zählt ebenfalls zu den zeitintensiven Aufgaben. Auffällig ist, dass auf dem zweiten Platz das Managen und Auswerten von Daten liegt: Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) sieht hier einen großen Zeitfresser.

Herausforderungen bewältigen

Die Studie zeigt ein dringend benötigtes Change Management in der HR. Quelle: iStock / anyaberkut

Je mehr sich Technologien wie Künstliche Intelligenz und Robotic Process Automation weiterentwickeln, umso mehr rücken Routinetätigkeiten für die Mitarbeiter in den Hintergrund. Um mit diesem Trend Schritt zu halten, muss der HR-Bereich sich die Frage stellen, welche Aufgabenfelder und Kompetenzen zukünftig gefragt sind.

Da der technologische Fortschritt exponentiell verläuft, gilt es die Diskussion jetzt zu führen – andernfalls wird die Herausforderung später umso größer sein. Nicht nur eine leistungsfähige IT-Architektur ist unabdingbar, sondern auch menschliche Fähigkeiten wie analytisches Denken.

Ein strategisches Change-Management im HR ist erforderlich. Auch der Fachkräftemangel trägt dazu bei, dass ein funktionierendes internes Recruiting und eine effektive Personalentwicklung bereits heute zu den drängendsten HR-Aufgaben zählen. Um die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen, ist es notwendig, das Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter transparenter zu machen.

Digitalisierung auf gutem Weg

Mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent) wähnt sich bei der Umsetzung der digitalen Transformation auf einem guten Weg. Rund die Hälfte (51 Prozent) hat zwar ein Bewusstsein für Digitalisierungsthemen geschaffen, sieht allerdings noch erhebliches Verbesserungspotenzial in der Umsetzung. In 13 Prozent der Unternehmen erhält der digitale Wandel nach Meinung der Befragten nicht genügend Aufmerksamkeit.

Quelle Titelbild: iStock / anyaberkut

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