Studien: Dekarbonisierung könnte durch konsequente Digitalisierung massiv gewinnen

Einer eco-Studie zufolge könnten allein in Deutschland durch konsequente Digitalisierung bis 2050 rund 156 Megatonnen an CO2 eingespart werden. In Bürogebäuden ließen sich gar bis zu 70 Prozent der Emissionen senken, sagt eine andere Studie im Auftrag von Schneider Electric.

Die Digitalisierung gilt mit ihrem wachsenden Datenhunger als Fluch für die Umwelt, zugleich könnte sie aber auch ihre Rettung sein. Denn verschiedene Studien zeigen, dass die konsequente Umsetzung einer Digital-First-Strategie immenses CO2-Einsparpotential hat und somit helfen könnte, den globalen menschengemachten Klimawandel doch noch aufzuhalten, zumindest ein bisschen. Denn es mehren sich bereits Anzeichen, dass das 2015 in Paris gesteckte 1,5-Grad-Ziel gegenüber der Zeit vor der Industrialisierung faktisch gescheitert ist und schon 2023 statt 2030 erreicht wird.

Der kurz eco genannte Verband Internetwirtschaft e.V. und Arthur D. Little (ADL) haben aber in einer aktuellen Studie doch noch eine Stellschraube gefunden. Demnach lassen sich durch konsequente Einführung und Nutzung digitaler Technologien und Dienste bis 2050 wie oben gesagt gigantische Mengen, etwa 163 Megatonnen, an CO2-äquivalenten Emissionen einsparen.

IIoT und Smart City bieten gigantische Einsparpotenziale

Die in der Studie „Digitale Transformation für mehr Nachhaltigkeit: Positive Effekte digitaler Technologien und Infrastrukturen auf die Klimabilanz von Wirtschaft und Gesellschaft“ berechnete CO2-Einsparmenge von 163 Mt entspricht rund 20 Prozent der für 2050 prognostizierten Gesamtemissionen in Deutschland in CO2-Äquivalenten. Die Datenspeicherung und -übertragung ist dabei noch gar nicht berücksichtigt. Inklusive dieser würde sich der Studie zufolge bis 2050 ein weiteres Einsparpotenzial von 104 Megatonnen und eine Verringerung der Gesamtemissionen von 30 Prozent ergeben. Medien zitieren daher den eco-Vorstandsvorsitzenden Oliver Süme mit den Worten: „Die europäische Politik muss Digitalisierung und Nachhaltigkeit als zwei Seiten derselben Medaille begreifen sowie die Potenziale der Internetwirtschaft für die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen entsprechend fördern und in gemeinsamer Absprache mit der Branche nutzen.“

Allein im Industriesektor sollen sich durch konsequente Digitalisierung rund 98 Megatonnen CO2-Emissionen einsparen lassen, in Städten 43 Megatonnen und auf dem Land bis zu 22 Megatonnen.

Projekte im Bereich Smart Cities könnten mit intelligenten Verkehrs- und Parkleitsystemen, wie sie Axians unter anderem entwickelt, dazu beitragen, bis zu 80.000 Tonnen CO2-Emissionen am Tag einzusparen, heißt es in der Studie weiter.

Smart city and wireless communication network concept. Digital network connection lines
Durch den Ausbau von Projekten im Bereich Smart Cities können viele CO2-Emissionen eingespart werden (Quelle:AdobeStock/Hanoi Photography).

Ebenfalls von Axians und VINCI Energies entwickelte IoT- oder IIoT-Anwendungen in der Industrie sollen den industriellen CO2-Ausstoß um 37 Prozent senken und in der Landwirtschaft um 39 Prozent.

Eine von Schneider Electric in Auftrag gegebene andere Studie namens „The Path to Net-Zero Buildings“ (der Weg zu Netto-Null-Gebäuden) rechnet bei konsequent verfolgter Digital-First-Strategie mit bis zu 70 Prozent weniger CO2-Emissionen in Bürogebäuden, auf die etwa 37 Prozent der globalen und 30 Prozent der deutschen Emissionen entfallen. Allein durch digitale Gebäude- und Energiemanagement-Lösungen sollen sich die Emissionen in den Bürogebäuden damit um bis zu 42 Prozent senken lassen.

Die vielversprechenden Ergebnisse dieser Studien zeigen, dass eine konsequente Digitalisierung erheblich zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen kann. Diese Erkenntnisse eröffnen uns die Möglichkeit, unsere Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken, um unsere Nachhaltigkeitsziele doch noch zu erreichen.

Quelle Titelbild: Adobe / NicoElNino

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