Oracle lässt Kunden den KI-Ausbau vorfinanzieren
Eva Mickler
5 Min. Lesezeit Oracle hat am 10. September 2026 die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahrs ...
OpenAI hat am 13. August 2026 Computer History für die ChatGPT-App auf dem Mac beschrieben. Die Funktion darf ausgewählte App- und Website-Aktivität in ChatGPT und Codex nachziehen. In der EEA, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz bleibt sie vorerst aus.
Das Wichtigste in Kürze
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Was ist Computer History? Computer History ist eine optionale Funktion in der ChatGPT-App für macOS. Sie zeichnet Interaktionsereignisse aus ausgewählten Apps und Websites auf, damit ChatGPT und Codex daran anknüpfen können. Screenshots, Bildschirmaufnahmen, Mikrofon und System-Audio gehören nicht dazu. Die Funktion ist standardmäßig aus und derzeit in der EEA, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz nicht verfügbar.
Die Nachricht sitzt in den Release-Notes, nicht in einer Keynote. OpenAI beschreibt Computer History als optionales Feature der ChatGPT-macOS-App: ChatGPT und Codex dürfen ausgewählte Aktivität aus Apps und Websites referenzieren, damit Nutzer Arbeit fortsetzen ohne jedes Detail neu zu erklären. Der Satz klingt nach Komfort. Für eine DACH-Organisation ist er eine Steuerungsfrage. Wer den Verlauf ausgewählter Apps in ein Sprachmodell zieht, zieht Arbeitskontext über die Gerätegrenze.
Genau dort beginnt der Zielkonflikt. US-Teams können den Kontextgewinn testen. Europäische und Schweizer Teams können das laut OpenAI derzeit nicht. Wer eine gemeinsame KI-Arbeitsweise versprochen hat, bekommt zwei Geschwindigkeiten in einem Vendor-Feature.
OpenAI grenzt den Umfang hart. Computer History zeichnet Interaktionsereignisse auf. Die Notes schließen Screenshots, Bildschirmaufnahmen, Mikrofon-Eingaben und System-Audio aus. Privates Surfen ist nicht enthalten. Nutzer können die Funktion pausieren, enthaltene Apps und Sites wählen und Timeline-Einträge prüfen oder löschen.
Das ist weniger als ein Bildschirmmitschnitt und mehr als ein Chatverlauf. Ein Interaktionsereignis kann zeigen, in welcher App jemand gearbeitet hat, welche Sites im Blick waren und woran sich eine Sitzung fortsetzt. Sobald sich das einer Person zuordnen lässt, sind das Beschäftigtendaten. Die rechtliche Kategorie hängt nicht davon ab, ob ein Screenshot im Ordner liegt.
Zwei Grenzen bleiben offen, weil OpenAI sie in den Notes nicht schließt. Welche Ereignisfelder genau entstehen, steht dort nicht. Ob und wie lange die Timeline auf OpenAI-Seite liegt, steht dort ebenfalls nicht. Wer den Piloten später in der EEA vorbereitet, muss genau diese zwei Fragen im Vertrag und im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten klären – bevor der erste Admin den Schalter umlegt.
Die Kontrollarchitektur ist klarer als der Datenumfang. Computer History ist standardmäßig aus. OpenAI nennt Pro, Business und Enterprise als vorgesehene Kreise. In ChatGPT Business muss ein Workspace-Admin den Zugang freigeben, bevor Mitglieder sich entscheiden. In Enterprise können Admins den Zugang rollenbasiert geben. Danach bleibt das Opt-in bei der einzelnen Person.
Das ist ein brauchbares Betriebsschema. Es trennt drei Ebenen: Wer darf die Funktion überhaupt sehen. Wer darf sie für sich einschalten. Welche Apps und Sites dürfen in die Timeline. Für DACH-Häuser ist das die Vorlage, sobald die regionale Sperre fällt. Heute ist es vor allem eine Inventur-Hilfe. Wer in den USA oder in anderen verfügbaren Regionen schon ChatGPT Business oder Enterprise auf dem Mac fährt, braucht eine schriftliche Admin-Policy. Ohne sie entscheidet der lokale Admin nach Gefühl.
| Kreis | Was OpenAI beschreibt | Was die Organisation festlegen muss |
|---|---|---|
| Pro, Business, Enterprise | Feature vorgesehen, Default aus | Welche Tarife und Geräte überhaupt im Scope sind |
| Business / Enterprise | Admin gibt Zugang, danach Opt-in | Welche Rollen den Schalter sehen dürfen |
| EEA, UK, Schweiz | derzeit ausgenommen | Wie internationale Teams denselben Workflow halten |
Der Satz in den Notes ist eindeutig und kurz: Computer History ist derzeit in der EEA, im UK und in der Schweiz nicht verfügbar. OpenAI nennt weder einen Grund noch ein Datum. Wer daraus „wegen DSGVO“ oder „kommt im Herbst“ macht, erfindet die Begründung. Die belastbare Aussage ist die regionale Grenze selbst.
Für die Steuerungslinie reicht diese Grenze. Eine KI-Arbeitsweise, die Kontext aus dem Rechner zieht, gilt zuerst dort, wo OpenAI sie freigibt. DACH-Einheiten bleiben auf Chat und Datei-Kontext. US-Einheiten können zusätzlich den App-Verlauf nutzen. Das verändert Vergleichbarkeit. Ein New Yorker Codex-Lauf startet mit mehr Vorwissen als ein Münchner. Wer Produktivität misst, misst dann zwei verschiedene Werkzeuge.
Die zweite Folge sitzt in der Shadow-AI-Lage. Die regionale Sperre senkt das Risiko, dass jemand in Frankfurt die Funktion heimlich einschaltet. Sie senkt nicht das Risiko, dass dieselbe Person mit einem ausländischen Account oder auf Reisen in eine verfügbare Region rutscht. OpenAI beschreibt diesen Umweg nicht. Eine interne Nutzungsregel für Dienstgeräte und Dienst-Accounts bleibt trotzdem nötig – gerade weil die Notes den Ausschluss als „currently“ formulieren.
Sobald Computer History in der EEA ankommt, ist das kein reines IT-Update. Interaktionsereignisse aus Arbeits-Apps können Verhalten und Leistung sichtbar machen. In Deutschland greift dann typischerweise die Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, weil eine technische Einrichtung Verhalten oder Leistung überwachen kann. Das ist keine Vorverurteilung von OpenAI. Es ist die Standardlage für Werkzeuge, die Arbeitskontext protokollieren.
Datenschutz folgt derselben Spur. Zweck, Rechtsgrundlage, Speicherfristen, Auftragsverarbeitung und die Frage, wer Verantwortlicher ist, müssen stehen bevor der Admin Rollen freischaltet. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung liegt nahe, weil die Verarbeitung systematisch und personenbezogen am Arbeitsplatz stattfindet. In der Schweiz gilt das nDSG analog für Personendaten von Beschäftigten. Im UK bleibt der Ausschluss trotz Brexit in den Notes ausdrücklich genannt.
Praktisch heißt das: die Zeit bis zu einem möglichen EEA-Start gehört der Vorbereitung, nicht dem Warten. Inventory, welche Macs ChatGPT oder Codex dienstlich nutzen. Klare Absage an private Pro-Accounts auf Dienstgeräten. Vertragsfragen an OpenAI schriftlich: Ereignisfelder, Aufbewahrung, Speicherort, Trainingsausschluss, Admin-Logs. Betriebsvereinbarung im Entwurf, nicht erst nach dem Rollout-Mail.
Die Entscheidung in DACH ist heute dreiteilig. Erstens: Computer History bleibt in EEA, UK und Schweiz aus. Zweitens: wo sie läuft, gehört sie unter Admin-Policy und App-Whitelist, nicht unter Einzelne. Drittens: Produktivitätsvergleiche zwischen Regionen sind so lange unsauber, wie nur eine Seite den Rechner-Kontext nutzen darf.
Wer das offenlegt, entlastet die Debatte. Der Komfortgewinn ist real, sobald die Funktion kommt. Der Preis ist eine neue Klasse Arbeitskontext in einem US-Modell. OpenAI hat den Schalter auf Default aus und Admin zuerst gesetzt. Das ist die brauchbare Linie. Die Organisation muss sie nur noch in Rollen, Geräte und eine Betriebsvereinbarung übersetzen – und bis dahin ehrlich sagen, dass DACH diesen Hebel noch nicht hat.
OpenAI, ChatGPT Release Notes vom 13. August 2026, bestätigt in den Business- und Enterprise-Notes. Stand der Help-Center-Texte: 16. August 2026.
OpenAI schließt Screenshots, Bildschirmaufnahmen, Mikrofon und System-Audio in den Notes aus. Gespeichert werden Interaktionsereignisse aus gewählten Apps und Websites. Privates Surfen bleibt draußen.
Laut OpenAI ist Computer History derzeit in der EEA, im UK und in der Schweiz nicht verfügbar. Ein Opt-in in diesen Regionen ist nach den Notes nicht vorgesehen.
Als technische Voreinstellung ja. Als Organisationsregel nein. Business und Enterprise brauchen zusätzlich eine Admin-Policy, eine App-Whitelist und eine klare Linie für Dienstgeräte.
Sobald die Funktion in Deutschland genutzt werden kann, liegt eine Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG nahe. Technische Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung überwachen können, fallen typischerweise darunter.
OpenAI nennt in den Notes kein Datum. Belastbar ist nur der aktuelle Ausschluss von EEA, UK und Schweiz. Interne Vorbereitung kann trotzdem jetzt starten.
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