13.12.2024
2 Min. Lesezeit

Etteln im Landkreis Paderborn zählt noch nicht mal 1.900 Einwohner:innen.  Dennoch hat das Dorf noch vor der Metropole Hongkong mit über 7,5 Millionen Bewohner:innen vom Ingenieurverband für Elektrotechnik und Informatik (IEEE) die Auszeichnung als beste Smart City erhalten.

Der Begriff „Smart City“ lässt zwar auf eine Stadt schließen. Das muss aber nicht so sein. Denn Etteln, ein Ortsteil von Borchen im Landkreis Paderborn, ist tatsächlich die beste Smart City der Welt. Dieser Meinung ist zumindest der weltgrößte Ingenieurverband für Elektrotechnik und Informatik (IEEE) mit Hauptsitz in Pattaya, Thailand.

Der Verband, dem weltweit mehr als 400.000 Ingenieur:innen, Techninker:innen und Naturwissenschaftler:innen angehören, zeigte sich dem Vernehmen nach beeindruckt von der Bewerbung aus Etteln im Altenautal, die im Juni 2024 einging.

Dorfauto, IT-Kurse und Glasfaser für alle

So verfügt das Dorf über eigene Apps für Mitfahrgelegenheiten und Kleinanzeigen, einen Touch-Bildschirm für neue Infos und von Freiwilligen angebotene Kurse für digitale Anwendungen.

Sogar das Befüllen des Altkleidercontainers werde digital überwacht, berichtet der WDR. Demnach hat Etteln vor Jahren schon begonnen, Digitalisierung zum Markenkern des Ortes zu machen.

Dafür hat die Dorfgemeinschaft selbst Hand angelegt, um 30 Kilometer Glasfaser zu verlegen. 60 Menschen haben daran mehr als 3.000 Stunden ehrenamtlich mitgewirkt. Hinzu kommen ein kostenlos buchbares Elektro-Dorfauto, liebevoll „ettCar“ genannt, und ein Elektrolastenfahrrad sowie eine gemeinsame Umwelt-Messstation.„Ich bin sehr stolz auf das, was wir gemeinsam mit den vielen freiwilligen Helfern im Ort, aber auch mit Hilfe von Förderprojekten geschaffen haben“, zitiert der WDR Ulrich Ahle, der seit zehn Jahren Ortsvorsteher und als solcher maßgeblich Mitinitiator der „Smart City“ Etteln ist. Als hauptberuflicher IT-Experte und Manager bringt er hier viel eigenes Wissen ein.

Bereit, Smart-City-Kompetenz zu teilen

Ganz neu ist das Projekt „Digitaler Dorfzwilling“, der gerade in Betrieb und online gegangen ist, um frühzeitig Hochwasser und andere Gefahrenlagen zu erkennen und darüber zu informieren. Auf Grundlage besserer Vorhersagen für mögliche Überflutungen hat das Dorf bereits das Konzept für ein neues Baugebiet überarbeitet.Etteln konnte bei den Maßnahmen unter anderem aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft schöpfen, die der Verbesserung der Lebensqualität auf dem Land zugutekommen. Die gewonnen Erfahrungen will Etteln jetzt auch mit anderen Ortsteilen der Gemeinde Borchen und mit Dörfern bundesweit teilen.

„Die meisten Lösungen sind lizenzkostenfrei verfügbar und wir helfen gerne“, sagt Ortsvorsteher Ahle und fügt hinzu: „Wir haben schon dutzende andere Kommunen zu Besuch gehabt.“

Quelle Titelbild: Adobe Stock / Anastasiia

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