Und so geht es:
OEM-Upgrade ist der einfachste Weg, Altgeräten intelligenteres Leben einzuhauchen und Datenerfassungs-, verarbeitungs- und Visualisierungsfunktionen nachzurüsten. Es handelt sich dabei um IIoT-Kits, die sogenannte Original Equipment Manufacturers (OEMS) wie Bosch, SFK oder Festo für Geräte entwickelt haben, die schon lange auf dem Markt und im wahrsten Sinne des Wortes ein Dauerbrenner sind. Voraussetzung ist natürlich, dass die älteren Maschinen in etwa baugleich sind oder besser noch aus einer Baureihe stammen, was aber oft gar nicht der Fall ist, weil es sich in der Industrie sehr oft um Spezialanfertigungen handelt.
Retrofit- oder Nachrüstsätze von Drittanbietern sind eine gute Alternative, wenn der Originalhersteller keine entsprechenden Lösungen im Köcher hat oder bereitstellt. Retrofit-IIoT-Kits samt Hardwarekomponenten und SaaS-Anwendung für die Datenverwaltung der Sensoren bieten unter anderem Bosch mit dem Cross Domain Development Kit (XDK), HARTING und Krammer Technology an.
Sensoren sind in viele Produktionsanlagen schon eingebaut, liefern aber, wenn überhaupt, nur Daten bis zum Kontrollpanel. Ein Austausch mit batteriebetrieben Sensoren, die Daten über das IoT-Gateway und verschiedene drahtlose Übertragungswege wie Bluetooth, Zigbee oder Z-Wave ausgeben, ist daher sehr zu empfehlen und auch oft gar nicht so aufwendig, wie es erstmal klingt. Die wichtigsten Sensoren für Produktionsumgebungen sind solche, die das Gewicht, die Temperatur, den Füllstand, die Entfernung (Laser), Bewegung (Lichtschranke), die Vibration, Luftfeuchtigkeit, Luftkonzentration, den Schallpegel oder den mechanischen Druck messen, um zum Beispiel über das Förderband laufende Fördermengen an das ERP melden zu können.
IoT-Gateways stellen die Konnektivität her und bilden praktisch die Leitstelle zwischen den industriellen Sensoren, der Netzwerktechnologie, wobei auch immer mehr WLAN und LTE oder 5G zum Einsatz kommen, sowie in die Cloud und sind daher eine ganz wichtige Komponente für die Maschinenanbindung.
Edge Devices nah an der Peripherie (Edge) sind, oft embedded, Mini- oder Mikro-Computer vergleichbar mit dem Raspery PI, wo erstmal die Sensorendaten zusammenlaufen und vorverarbeitet werden, bevor sie über das IoT-Gateway und die Cloud zum MES- (Manufacturing Execution) und ERP-System gelangen, wo die Daten auf die Auswertung und weitergehende Nutzung warten.
Visualisierung und Analyse der Daten erfolgen über entsprechende vorgefertigte Plattformen oder über kundenspezifische Lösungen auf Basis der Cloud-Dienste von AWS, Microsoft Azure und Google Cloud. Es gibt auch End-to-End-Plattformlösungen, wie sie Axians und Actemium zur Verfügung stellen und die dank Low-Code nur wenig Programmieraufwand erfordern, um sie auf die individuellen Bedürfnisse zuzuschneiden.