23.12.2020

Bis 2023 wird ein großer Teil der verkauften Geräte Machine-to-Machine-Module (M2M) enthalten. 5G setzt sich allmählich und in drei Jahren soll ein Sechstel der Verbindungen den neuen Standard nutzen.

Kein Mensch am Steuer. Bis 2023 sollen Machine-to-Machine-Module 61 Prozent der bis dahin vier Milliarden vernetzten Geräte ausmachen, so der Cisco Annual Internet Report .

Im Jahr 2023 werden in Westeuropa bereits 15,8 Prozent aller mobilen Verbindungen auf 5G basieren. In drei Jahren wird es in Westeuropa bereits nahezu 200 Millionen Verbindungen geben, die mit 5G angesteuert werden. Die durchschnittliche 5G-Geschwindigkeit wird bei 686,9 Mb/s liegen – und ist damit fast 13-mal höher als die von 4G. Der Großteil der mobilen Verbindungen (43 Prozent) wird dann aber immer noch über 4G abgedeckt.

Eine hohe Bedeutung behalten die nichtmobilen Technologien. 69 Prozent der Verbindungen werden 2023 weiterhin über WLAN oder feste Breitbandnetze  abgedeckt werden. Auch hier wird zurzeit ein neuer Standard ausgerollt, der für die Vernetzung des Innenraums eine ähnlich grundlegende Rolle wie 5G für den Mobilfunk spielen wird: Wi-Fi 6 (802.11ax). Die Vorteile dieser neuen Generation sind höhere Geschwindigkeit, reduzierte Latenzzeiten und vor allem eine breitere Geräteabdeckung. Dies lohnt sich besonders dort, wo viele Geräte gleichzeitig mit dem WLAN verbunden sind – etwa in vernetzten Produktionshallen oder an öffentlichen Plätzen.

„Die Ergebnisse zeigen: Konnektivität ist ein dominierender Faktor unserer Zeit, die Vernetzung der Geräte schreitet immer intensiver voran. Dieser Prozess geht mit dem Ausbau von 5G stark Hand in Hand“, sagt Hans Greiner, General Manager von Cisco Österreich. „Mit Wi-Fi 6 kommt aber auch eine weitere Technologie für die Industrie 4.0.“ 

M2M auf dem Vormarsch

M2M Kommunikation für das Internet der Dinge (IoT) bestimmt zunehmend unser Leben. In drei Jahren macht M2M fast zwei Drittel der verkauften Geräte aus. Obwohl die absolute Anzahl der Smartphones steigen wird (von ca. 420 Millionen auf fast 477 Millionen), wird ihr Anteil an der Gesamtzahl der vernetzten Geräte jedoch im betrachteten Zeitraum von 18 auf 12 Prozent sinken. Auch der Anteil von PCs und Tablets sinkt zusammengenommen von 15 Prozent auf 8 Prozent.

Globale-M2M-Verbindung-Digital-Chiefs
Der Trend zu IoT bzw. M2M-Lösungen hat sich schon lange abgezeichnet. Quelle: Cisco Annual Internet Report, 2018–2023

„Die Dynamik, mit der IoT- bzw. M2M-Lösungen in den nächsten Jahren immer stärker ansteigen, belegt einen Trend, der sich schon lange abgezeichnet hat. Mit WiFi 6 steht eine superschnelle WLAN-Generation in den Startlöchern, die im Zusammenspiel mit 5G funktioniert und IoT weiter vorantreiben wird. In Österreich gibt es viele Vorzeigeunternehmen im Bereich der IoT-Technologie, vor allem im Bereich Energie und Verkehr. Diese werden einen beträchtlichen Boost bekommen“, erklärt Hans Greiner.

Anstieg der Internetnutzer

Von 2018 bis 2023 wächst der Anteil aller Internetnutzer in Westeuropa von 82 Prozent auf 87 Prozent. Ihnen steht auch immer mehr Bandbreite zur Verfügung: Die durchschnittliche Breitbandgeschwindigkeit nimmt um das 2,7-fach zu, von 45.6 Mbps 2018 auf 123.0 Mbps im Jahr 2023. Dabei werden Applikationen noch intensiver genutzt: In Westeuropa wird 2023 die Zahl der heruntergeladenen mobilen Anwendungen 20,7 Milliarden erreichen, gegenüber 16,9 Milliarden im Jahr 2018 (inkl. soziale Netzwerke, Messaging, Medien, Produktivität und E-Commerce, Spiele und Geschäftsanwendungen).

Traffic durch Videos

Vor allem Videogeräte haben einen Multiplikatoreffekt auf den Traffic. Ein internetfähiger HD-Fernseher erzeugt in drei Stunden so viel Internetverkehr wie ein gesamter Haushalt heute im Durchschnitt. Der Videoeffekt der Geräte auf den Traffic wird durch Einführung von Ultra-High-Definition (UHD) oder 4K-Videostreaming verstärkt. Die Bitrate für 4K-Video ist mit etwa 15 bis 18 Mbps mehr als doppelt so hoch wie die HD-Videobitrate und neunmal so hoch wie Standard-Definition (SD) Video-Bitrate.

Während traditionell der Datenverkehr von M2M-Verbindungen geringer war als der von anderen Endgeräten der Anwender, wie Smartphones, Fernseher und PCs, wird der M2M-Traffic schneller wachsen als die Zahl der Verbindungen. Das liegt am zunehmenden Einsatz von Videoanwendungen auf M2M-Verbindungen und der verstärkten Nutzung von Applikationen wie Telemedizin und intelligenten Autonavigationssystemen, die eine größere Bandbreite und geringere Latenzzeiten erfordern.

Sicherheit gefragt

Unternehmen sollten sich auf diese Entwicklung vorbereiten. Die Internet-Kapazität und die Bandbreiten sollten nach  oben skaliert werden, um den Bedürfnissen der Angestellten Genüge zu tun.  Gleichzeitig muss die M2M-Kommunikation besser abgesichert werden.

M2M-Kommunikation-Sicherheit_Digital Chiefs
Der Absatz von M2M Geräten wächst in den nächsten Jahren deutlich schneller als andere Hardware Quelle: Cisco Annual Internet Report, 2018–2023

Quelle: iStock / metamorworks

Diesen Beitrag teilen:

Weitere Beiträge

18.07.2024

Microsoft beendet Projekt Natick: Aus für Unterwasser-Rechenzentren

Redaktion Digital Chiefs

Rechenzentren brauchen viel Kühlung. Entsprechend groß war die Hoffnung, als Microsoft 2018 in einem ...

Zum Beitrag
17.07.2024

Erfolgsgeschichte KI – Beispiele aus der Praxis verdeutlichen enormes Potenzial der Technologie

Hendrik Kahmann

Immer mehr Unternehmen in diversen Branchen setzen auf KI. Konkrete Anwendungsfälle zeigen die erheblichen ...

Zum Beitrag
16.07.2024

Axians stärkt Konnektivität über der Nordsee

Redaktion Digital Chiefs

Damit schnelles Internet auf Flügen über die Nordsee nicht abreißt, hat Axians den Gewalten der ...

Zum Beitrag
10.07.2024

Die digitale Zukunft der Abfallwirtschaft: Innovative Cloud-basierte Lösungen von Axians Athos

Manuela Weimann

Wo steht die Abfallwirtschaft in Sachen Digitalisierung? Nach anfänglicher Zurückhaltung ist die Branche ...

Zum Beitrag
09.07.2024

Weniger Kosten, höhere Produktivität, mehr Umweltschutz – Deutsche Landwirtschaft setzt auf KI

Redaktion Digital Chiefs

Von Smart bis Precision Farming über intelligente GPS-Lösungen bis hin zu KI – die Landwirtinnen ...

Zum Beitrag
04.07.2024

5G für die EM 2024 – Axians sorgt für zuverlässige Konnektivität im Stadion

Redaktion Digital Chiefs

Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft der Männer in Deutschland erfordern eine ...

Zum Beitrag