14.06.2024

Eine neue Studie der Management- und Strategieberatung Deloitte wirft die Frage auf, ob Deutschland buchstäblich „den (Breitband-) Anschluss“ verliert. Selbst bei schnellen Glasfaserverbindungen gibt es hierzulande noch viele Defizite.

Die neue Deloitte-Studie wirft kein gutes Licht auf den Fortschritt des Breitbandausbaus in Deutschland. Obwohl über drei Viertel der rund 2.000 deutschen Befragten mit ihrem Internetanbieter zufrieden sind, gibt es in der Bundesrepublik die meisten Probleme mit privaten Breitband-Internetverbindungen im Vergleich zwischen den sieben bevölkerungsreichsten westeuropäischen Staaten inklusive UK und den Niederlanden. 31 Prozent der Befragten hierzulande beklagen, dass sie mindestens einmal monatlich (18 Prozent), einmal wöchentlich (9 Prozent) oder gar mehrmals täglich (4 Prozent) Verbindungsprobleme haben, während es überall sonst unter 30 Prozent, in Frankreich sogar nur 24 Prozent waren.

Deloitte-Studie: Deutschland hat die meisten Probleme mit privaten Breitbandverbindungen in Westeuropa. (Bildquelle: Adobe Stock / Seegraphie)

Bei den Haushalten, die mit mindestens 250 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) unterwegs sind, ist Deutschland mit 27 Prozent hinter Großbritannien (30 Prozent) auch auf Platz 7. Beim Spitzenreiter Spanien sind es 67 Prozent und 31 Prozent genießen dort sogar Breitbandverbindungen mit mindestens 500 Mbit/s. Insgesamt hat Deloitte für die „European Broadband Consumer Survey“ rund 13.000 Verbraucher:innen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und den Niederlanden befragt.

Die meisten Deutschen surfen noch mit 100 Mbit/s und weniger

In Deutschland surfen der Studie zufolge immer noch mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) mit maximal 100 Mbit/s im Internet, 24 Prozent sogar mit Raten von unter 50 Mbit/s. Zum Vergleich: Im Vereinigten Königreich, das in der Studie am zweitschlechtesten abschneidet, sind es 46 und 24 Prozent, im Musterland Spanien 23 und 11 Prozent, die mit maximal 100 oder 50 Mbit/s im Internet unterwegs sind.

Ein Grund dafür, dass Deutschland in der Umfrage so schlechte Ergebnisse eingefahren hat, ist sicherlich auch, dass Kabel-TV/DOCSIS- und FWA- beziehungsweise stationäre Mobilfunkverbindungen (Fixed Wireless Access) weniger verbreitet sind als in den Nachbarländern Niederlanden und Belgien. Allerdings ist Italien bei Kabel-TV oder DOCSIS (Data Over Cable Service Interface Specification) das Schlusslicht, bei schnellem Internet mit mindestens 250 Mbit/s aber mit 40 Prozent im Mittelfeld.

Mobilfunk als Alternative vielleicht zu wenig beworben

Die Hälfte der Breitband-User in Europa kann sich vorstellen, auf einen kabelgebundenen Anschluss zu verzichten und ganz auf FWA zu setzen, um nur noch über Mobilfunkverbindungen zu surfen. In Deutschland ist die Bereitschaft mit 41 Prozent etwas geringer, laut Deloitte aber immer noch beachtlich.

Allerdings haben nur 42 Prozent der Befragten in Deutschland schon einmal etwas von FWA gehört, in UK sind es mit 83 Prozent fast doppelt so viele.

„FWA-Dienste könnten sowohl vom grundsätzlichen Interesse an funkbasierten Anschlüssen als auch von der nach wie vor hohen Zufriedenheit der Deutschen mit den bestehenden Mobilfunkinfrastrukturen profitieren“, betont Dieter Trimmel, Deloitte-Partner für Strategie und Transformation. Dafür müssten die Anbieter aber wesentlich mehr in Aufklärung und Vermarktung von FWA setzen, so Trimmel weiter.

Viele Europäer könnten auf kabelgebundene Anschlüsse verzichten und nur noch Mobilfunkverbindungen nutzen. (Bildquelle: Adobe Stock / A Stockphoto)

Fazit: Ob über Kabel oder Mobilfunk, Deutschland hat in Sachen Breitband-Internet noch Nachholbedarf. Dabei fehlt es weder an Interesse oder an den Technologien, noch an Anbietern und Wegbereitern wie Axians.

Als einer der führenden ICT-Infrastrukturdienstleister in Deutschland und Europa hat Axians viel dazu beigetragen, schnelle Internet- und Mobilfunkverbindungen zu ermöglichen und auch die Akzeptanz der betreffenden Technologien in der Bevölkerung zu erhöhen. Erreicht hat das Unternehmen das unter anderem durch 5G-Antennenbündelung wie auf einem Hochhaus in Neu-Ulm und durch ein Trenching (Furchen statt tiefe Gräben ziehen) genanntes alternatives Verfahren zum „minimal-invasiven“ Verlegen von Glasfaserkabeln. Das hat sich besonders auch in Ortschaften mit viel historischer Architektur und sehr schmalen Gassen bewährt.

Quelle Titelbild: Adobe Stock /Wolfilser

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