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Use Case: So will Vodafone bis 2025 klimaneutral werden

Das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone hat einen Zwei-Stufen-Plan vorgelegt, mit dem durch den Einsatz digitaler Technologien bis 2025 Klimaneutralität erreicht werden soll und bis 2040 Netto-Null.

Vodafone setzt auf Digitalisierung, um umweltfreundlicher zu werden. Mit einem Zwei-Stufen-Plan will das britische Telekommunikationsunternehmen binnen vier Jahren Klimaneutralität verwirklichen und anschließend die Netto-Null anstreben.

In der ersten Stufe bis 2025 reduziert das Unternehmen alle selbst erzeugten sowie durch die eingekaufte Energie verursachten CO2-Emissionen. Die übrigen, nicht vermeidbaren Emissionen gleicht Vodafone durch Klimaschutz-Projekte aus. Stufe 1 des Plans will das Unternehmen bis 2025 mit vier Maßnahmenpaketen erreichen.

Von Graustrom zu Grünstrom

Um den direkt kontrollierten CO2-Ausstoß zu verringern, steigt der Anbieter auf 100 Prozent Grünstrom um. Die eigenen Vodafone Standorte werden bereits seit Januar 2020 ausschließlich mit Grünstrom versorgt. Jetzt folgen die gemieteten Standorte, an denen das Unternehmen keinen direkten Einfluss auf den Strombezug hat. Dort wird der Graustrom mit Grünstrom durch sogenannte Renewable Energy Certificates (RECs) ausgeglichen.

Damit nutzt das Unternehmen rückwirkend seit Beginn des Geschäftsjahres 100 Prozent Grünstrom. Alleine mit diesem Schritt reduziert Vodafone seinen jährlichen CO2-Ausstoß um 92 Prozent oder 245.000 Tonnen.

Zusätzlich will das Unternehmen grünen Strom selbst erzeugen. Dafür setzt Vodafone auf Windkraft und Solaranlagen und arbeitet mit Start-ups wie der Mowea GmbH aus Berlin zusammen. Das kleine, innovative Unternehmen hat modulare Windräder entwickelt, die an Mobilfunk-Masten installiert, grünen Strom direkt am Standort erzeugen. Nach ersten erfolgreichen Tests ist der größere Einsatz bereits im nächsten Jahr geplant. An Standorten mit wenig Wind kommen künftig Solaranlagen zum Einsatz.

Energieeffizienz steigern

Neben dem Umstieg auf Grünstrom steigert das Unternehmen fortlaufend seine Energieeffizienz. Vor allem Maßnahmen in den Netzen wie der Einbau neuer Technik oder die Abschaltung alter Systeme reduzieren den Stromverbrauch enorm. Dabei steigt das Datenvolumen: 2019 transportierte Vodafone zehn Mal so viele Daten über sein Netz wie 2014 – bei relativ konstantem Energieverbrauch. Bestes Beispiel: 5G. Das Echtzeit-Netz überträgt die gleiche Datenmenge mit fast 80 Prozent weniger Energie als sein Vorgänger 4G (LTE). Mit dieser Effizienz-Strategie konnten allein in 2019 mehr als 31 Gigawattstunden (GWh) Energie eingespart werden.

Um die restlichen acht Prozent der Emissionen zu verringern, setzt das Unternehmen unter anderem auf grüne Mobilität. Seit Beginn des Jahres steigen alle Geschäftsführer und Bereichsleiter auf Hybrid- oder Elektrofahrzeuge um – der erste Schritt auf dem Weg zu einer 100 Prozent elektrischen Flotte. Bis 2025 soll die Hälfte der Flotte umgestellt sein. Gleichzeitig wird die Lade-Infrastruktur sukzessive ausgebaut.

Netto-Null bis 2040

Bis 2040 arbeitet die Vodafone-Gruppe in der zweiten Stufe daran, innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Hierzu zählen dabei auch Emissionen, die der Konzern nicht selbst kontrolliert.

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Bis 2040 arbeitet Vodafone daran, innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Quelle: vodafone

Um dies zu erreichen, will die Vodafone Gruppe vor allem auf Partner, Lieferanten und Joint Ventures zugehen, um auch diese Zusammenarbeit emissionsfrei zu gestalten.

Der Großteil der vom Unternehmen nicht selbst kontrollierten Emissionen entsteht bei einer Handvoll sehr großer Zulieferer. Einige von ihnen, wie z. B. Apple oder Microsoft haben selbst sehr ambitionierte Klimaschutz-Ziele, während andere diese noch definieren. Vodafone steht im regen Austausch mit seinen Lieferanten und will gemeinsam daran arbeiten, die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig wurde der Lieferanten-Auswahlprozess angepasst. 20 Prozent der Vergabekriterien beziehen sich nun zum Beispiel auf Klimaschutz, Diversität oder soziale Inklusion.

Mehr Netz für weniger CO2

Bis 2040 will Vodafone vielen weiteren Unternehmen helfen, ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern – und das am Ende, ohne selbst CO2 für Digitalisierung zu emittieren. Dank Technologien wie dem Internet der Dinge IoT) konnten Kunden der Vodafone Group in 2019 knapp 6,9 Millionen Tonnen CO2 weltweit einsparen.

Das weltweite Ziel der Vodafone Group lautet, diese Zahl allein in den nächsten zehn Jahren um den Faktor 50 zu erhöhen. Bis 2030 will Vodafone seinen Kunden helfen, rund 350 Millionen Tonnen CO2 einzusparen.

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Quelle Titelbild: iStock / AndreyPopov

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