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Mehr Nachhaltigkeit durch Umzug in die Cloud

Der CO2-Fußabdruck von ITK-Technologien wird immer größer. Richtig genutzt, können sie aber auch helfen, den Klimawandel aufzuhalten oder gar umzukehren. Man denke nur an regenerativ betriebene Rechenzentren, so wie der Wechsel in die Cloud insgesamt nachhaltiger ist. 

Manchen zum Teil prominenten Zweiflern zum Trotz sind der menschengemachte Klimawandel und die zunehmende Erderwärmung die größte Herausforderung aller Zeiten. Die Entwicklung aufzuhalten, liegt daher nicht nur im Interesse der mit Rückkehr der USA „am grünen Tisch“ neu gestärkten internationalen Staatengemeinde, sondern auch großer Teile der globalen Wirtschaft. Denn ein zurück zur Natur will auch niemand.

Alleinfahrten sind kaum nachhaltig

Die technologische Entwicklung lässt sich nun mal kaum zurückdrehen: So ziemlich jeder will heute ein Smartphone haben und denkt dabei nicht an die 1.250 Kilogramm Kohlenstoff-Emission, die die tägliche einstündige Nutzung jährlich verursacht. Viele Unternehmen sind heute ohne Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) praktisch handlungsunfähig, verhalten sich mit ihren eigenen Rechenzentren aber wie ein Berufspendler, der im eigenen Auto allein zur Arbeit fährt.

Dabei ist die Nutzung von Fahrgemeinschaften, wie sie laut Firmenauto.de etwa der Modekonzern MARC O‚POLO im ländlichen Stephanskirchen bei Rosenheim fördert, sehr viel nachhaltiger. Auf die Cloud übertragen, ist das eigentlich ein schönes Bild. So beschreibt Fall Ashira Arora, Vice President Cloud & Infrastructure Services des indischen IBM-Partners HCL Technologies, in Cloudcomputing-Insider.de, warum der Umzug in die Cloud wesentlich nachhaltiger ist als der Betrieb eigener Rechenzentren. Sein Beitrag beginnt unter anderem mit dem besagten CO2-Fußabdruck von Smartphones und dem einer einzelnen Google-Suche, die mit einer Emission von bis zu sieben Gramm eine Glühbirne für Sekunden zum Leuchten bringen könnte.

Die großen Cloud-Anbieter machen große Anstrengungen

Arora weist aber auch darauf hin, dass Google sich rühmt, das erste Unternehmen der Größe zu sein, das mit 100 Prozent erneuerbaren Energien arbeitet. Denn Nachhaltigkeit im Rechenzentrum wird daher immer wichtiger. Andere Tech-Giganten wie AWS (Amazon Web Services), Facebook, IBM und Microsoft haben Arora zufolge ebenfalls schon massive Fortschritte gemacht beziehungsweise angekündigt, ihre CO2-Bilanz gegen Null zu schrauben oder sogar umzukehren. Microsoft hat sich zum Beispiel das Ziel gesetzt, bis 2030 vollkommen CO2-negativ zu werden und bis 2050 mehr Kohlenstoff aus der Umwelt zu entfernen, als die Gates Company seit der Gründung 1975 ausgestoßen hat.

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AMS hat sich verpflichtet bis 2040 in allen Geschäftsbereichen eine Netto-Null-Kohlenstoffbilanz zu erreichen. Quelle: Adobe Stock / Elnur

AMS verpflichte sich, bis 2040 in allen Geschäftsbereichen eine Netto-Null-Kohlenstoffbilanz zu erreichen. Dabei sind die Rechenzentren des Cloud-Riesen in Virginia derzeit noch für 70 Prozent des weltweiten Internetverkehrs verantwortlich und verbrauchen sie laut Greenpeace so viel Strom wie 1,4 Millionen US-Haushalte im Jahr. Vodafone hat sich bis 2025 auch Klimaneutralität auf die Fahne geschrieben.

Europäische und deutsche Rechenzentren sind mit Blick auf Nachhaltigkeit oder den Green Deal schon gut, könnten aber besser werden, heißt es in einem jüngsten Beitrag von Digital Chiefs. Der norddeutsche Hosting-Provider und Axians-Kunde Windcloud allerdings setzt bei seinen Rechenzentren, wie der Name verspricht, schon überwiegend auf Windstrom und sogar auf eine Algenfarm, um den eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern.

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Spirulina-Algen auf dem Dach des neuesten Standorts nah an der dänischen Grenze binden große Mengen an Kohlendioxid. Quelle: Digital Chiefs

Denn die Spirulina-Algen auf dem Dach des neuesten Standorts nah an der dänischen Grenze binden große Mengen an Kohlendioxid. Axians Networks & Solutions hat Windcloud unter anderem bei der Netzwerkanbindung nach außen unterstützt.

Emissionen und ihre Ursachen richtig verstehen

Der CO2– oder Carbon Footprint ist freilich nicht alles, wie es in einem Blogbeitrag von Axians eWaste (siehe weiter unten) heißt. Gemäß des Kyoto-Protokolls von Dezember 1997 und laut dem ein Jahr später ins Leben gerufenen Greenhouse Gas Protocol (GHGP) galt oder gilt es auch die Emission anderer Treibhausgase zu verringern oder zu bekämpfen. Dazu gehören Methan (CH4), der früher als Kühlmittel eingesetzte Fluorkohlenwasserstoff (FKW), Lachgas (N2O), Schwefelhexafluorid (SF6), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs) und Stickstofftrifluorid (NF3).

Das GHG-Protokoll teilt die jeweiligen klimaschädlichen Emissionen in drei Scopes oder Geltungsbereiche ein:

Scope 1 sind die direkten Emissionen, die in einem Unternehmen durch stationäres oder mobiles Verbrennen (inklusive Firmenfahrzeuge) von fossilen Energieträgern produziert.

Scope 2 sind die indirekten Emissionen, die in einem Unternehmen durch leistungsbezogene Energie (Strom, Fernwärme und Klimatisierung in Hochhäusern) anfallen.

Scope 3 sind alle sonstigen Emissionen, die durch den Bezug und Transport von Waren und Dienstleistungen, Verbrauchsmaterialien (Papier, Tinten etc.) und das Pendeln der Mitarbeiter sowie durch die Abfallentsorgung entstehen.

Aufteilung der klimaschädlichen Emissionen in drei Scopes oder Geltungsbereiche. Quelle: Deutsches Global Compact Netzwerk

Grün ist mehr als nur die Hoffnung

Die Prozesse der Abfallentsorgung sind in der Industrie meist nur auf Papier oder bestenfalls in verschiedenen Computerdateien hinterlegt. Axians hat mit eWaste eine End-to-End-Lösung entwickelt, um den ganzen Ablauf in der Abfallentsorgung lückenlos digitalisiert verfolgen und dokumentieren zu können. Daraus ist schließlich ein eigenes Unternehmen geworden: Axians eWaste steht laut eigenem Firmenprofil für Abfallwirtschaft 4.0 und die vollständige digitale Transformation aller Prozesse der gesamten Entsorgungskette, um die verschiedensten Branchen mit entsprechenden intuitiven Softwarelösungen und Beratung zu unterstützen. Damit leistet Axians einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit.

Dabei kommen auch das Knowhow und die geballten Erfahrungen der Muttergesellschaft VINCI Energies und des französischen Bauriesen VINCI, S.A. (Nr. 5 weltweit und Nr. 1 außerhalb Chinas laut a3bau 2019). VINCI Energies vertritt in über 50 Ländern das Kontraktgeschäft mit Lösungen und Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Industrie und Telekommunikation. Axians ist dabei die führende Marke für IT- und Telekommunikationstechnik. Sehr viele neue Projekte und Lösungen drehen sich so auch im Bereich Smart Cities um das Thema Nachhaltigkeit.

Die Nachfrage ist groß, denn nicht erst seit dem jüngsten Verfassungsgerichtsurteil haben viele deutsche Unternehmen, Kommunen und Städte verstanden, dass mehr Anstrengungen nötig sind, um den Klimawandel aufzuhalten, und dass sich damit sogar Geld verdienen lässt. Aktuell ist der ökologische Umbau der Schwerindustrie ein großes Thema. Deutscher Stahl mit 100 Prozent Ökostrom aus erneuerbaren Energien und Wasserstoff könnte sich auch werbewirksam auszahlen. Und das war u.a. ein Thema des VINCI Energies Startup Speed Dating 2021 am 8. Juni, um jungen Unternehmen aus der DACH-Region die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen und Lösungen vorzustellen und mit VINCI Energies oder B2B-Kunden ins Geschäft zu kommen.

QUelle: Adobe Stock / Elnur

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