10.12.2024

Einst als reine Stecker- und Kabelshow gestartet, hat die Electronica 2024 in München mit rekordverdächtigen Aussteller- und Besucherzahlen alle Erwartungen übertroffen und Wege für eine CO2-neutrale, innovative Elektronikbranche aufgezeigt.

Zu Glanzzeiten der SYSTEMS, die auf dem neuen Messegelände in Riem alle Hallen füllte, ist die Electronica in München immer etwas untergegangen. Sie hat sich aber als 1964 erstmals veranstaltete Fachmesse gehalten, während die SYSTEMS Ende 2008 schon Geschichte war so wie zehn Jahre später auch die große CeBIT in Hannover. Zwar war die Electronica schon in den 90ern Weltleitmesse, damals stellten aber noch überwiegend Anbieter von Steckern, Kabeln, Relais und Schaltern aus.

Stecker und Kabel
Die Entwicklung der Electronica spiegelt den Wandel der Branche wider – von grundlegenden Bauteilen hin zu wegweisenden Innovationen und Technologien. (Bildquelle: Adobe Stock/ qorqudlu)

Für Außenstehende erkennbare Innovationen beschränkten sich auf Photovoltaik und erste Vorläufer von Smart Home, auch wenn damals noch nicht so genannt. Für die Gebäudesteuerung waren seinerzeit über Parallelkabel geführte KNX- oder LCN-Bussysteme notwendig, von Funklösungen keine Spur. Das war entsprechend teuer, die Abnehmerzahl klein.

Top-Themen: Nachhaltigkeit, KI und Mobilität

Das hat sich gründlich geändert. Smart Home und IoT-Lösungen, die auch in der Industrie immer mehr Einzug halten, sind mittlerweile bezahlbar und allgegenwärtig. Davon profitiert auch die Electronica als Aussteller- und Besuchermagnet.

In 18 Messehallen hat die Elektronikbranche in München Riem diesmal unter anderem gezeigt, „dass digitale Technologien der Schlüssel für eine CO2-neutrale Zukunft sein können“, wie es bei IT-Production heißt. Demnach haben auf der Electronica 2024 vom 12. bis 15. November 3.480 Aussteller rund 80.000 Besucher:innen ihre Produktneuheiten präsentiert.

Angesichts dieser Zahlen haben die kurz vorher vom Zentralverband ZVEI vorgelegten über 5,3 Prozent weniger Aufträge im Vorjahresvergleich es kaum geschafft, die gute Stimmung zu drücken. ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann äußerte sich aber hoffnungsvoll, dass „der jüngste Rückgang bei den Bestellungen nur noch etwa halb so hoch wie im Durchschnitt der vorherigen ersten acht Monate“ war, wie ihn Springer Professional zitiert. Starkes Zeichen für den Aufwärtstrend ist auch, dass es der Messe gelungen ist, alle 18 Hallen zu füllen.

„Seit 60 Jahren ist die Electronica der zentrale Treffpunkt der internationalen Elektronikindustrie. Auch in diesem Jahr hat die Messe am Technologiestandort München eindrucksvoll die Innovationskraft der Branche bewiesen. In den Hallen konnte man erleben, wie Zukunftstechnologien schon heute Gestalt annehmen“, bemerkt Messechef Dr. Reinhard Pfeiffer und sprach dabei unter anderem von intelligenten Energielösungen und smarter Mobilität.

KI hält Einzug in der Industrie

Roboter
KI und Sensorik als zentrale Innovationstreiber der Elektronikbranche auf der Electronica 2024, mit wachsender Bedeutung auch für IT- und OT-Sicherheit. (Bildquelle: Adobe Stock/ KHENG)

Weitere zentrale Themen der Electronica 2024 waren künstliche Intelligenz, neuartige Sensoren und Architekturen sowie die IT- und OT-Sicherheit, wie sie vor allem für die Industrie immer wichtiger wird. Worum sich auch in der Elektronikbranche viele sorgen, sind der Fachkräftemangel und Probleme, Nachwuchs zu finden. KI war für ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel ein Schwerpunkt der Messe und bleibt es für die Zukunft. „Wir stehen kurz vor dem Punkt, an dem KI in jedem Mikrocontroller enthalten sein wird und damit eine neue Stufe der Funktionalität ermöglicht“, so Kegel. KI werde nicht nur in der Industrie, sondern auch in alltäglichen Geräten immer mehr die Norm, prophezeit er. Für das nächste Jahr rechnet er wieder mit etwas Wachstum in der Branche, wenn auch nicht auf dem Niveau der Spitzenjahre 2021 und 2022. „Doch die Weichen sind gestellt.“ Die Elektronikbranche habe das Potenzial, als Innovationsmotor die entscheidenden Lösungen für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu liefern.

Quelle Titelbild: Adobe Stock/nilanka

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