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14.09.2020 | Dr. Bernhard Kirchmair

Sieben Startups, die Smart Cities beflügeln (Teil 2)

In unserem zweiten Teil der Startups-Reihe möchte ich Ihnen sieben spannende Startups aus dem Smart City-Bereich vorstellen, mit denen VINCI Energies innerhalb der Digitalschmiede und dem eigens dafür ins Leben gerufene Programm „Startup Connect“ (ehemals „Startup Radar“) zusammenarbeiten.

Kommunen spüren den Puls der Zeit: Smart City hat das Ziel, Bürgern effiziente, schnelle und neuartige Services und Infrastrukturen anzubieten. Die Helden dieses neuen Zeitalters sind Startups, denn sie können unverbrauchte und frische Ideen einbringen.

Vor kurzem erst habe ich Ihnen auf Digital Chiefs das Konzept der Smart City ausführlich vorgestellt und einige Möglichkeiten aufgezeigt. Müllbehälter und Straßenlaternen werden zu intelligenten Smart Devices, E-Mobilitätsstationen sprießen mehr und mehr aus dem Asphalt. Metropolen wie Dortmund, Hamburg, Köln und München haben auf dem Weg zur Smart City schon beachtliche Fortschritte gemacht. In den vielen Smart-City-Projekten sind oft Startups die Antreiber.

Digitalschmiede für Startup-Helden

VINCI Energies hat eine Plattform für Startups und Unternehmen gegründet, um sich gegenseitig bei Projekten, auch Smart-City-Projekte, zu unterstützen und neue Innovationen auf den Weg zu bringen: Die Digitalschmiede und das Startup-Programm „Startup Connect“. Wir haben unseren Showroom von der Digitalschmiede erst Ende 2019 um einen Smart City-Bereich erweitert.

Beispiele für den Erfolg

Von dieser Plattform möchte ich Ihnen nun sieben Startups vorstellen, die bereits erfolgreich in der Smart City der Zukunft agieren.

SO NAH

Die SO NAH GmbH aus Aachen hat sich der Idee des Smart Parking verschrieben und digitalisiert durch eigens entwickelte und produzierte Videosensoren öffentliche Flächen und Parkräume. Die Hardware- und Software-Lösung ermöglicht eine durchgehende Analyse über freie und belegte Parkflächen sowie die Visualisierung in eigenen Applikationen.

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Die Videosensoren von SO NAH können sowohl an Gebäuden als auch an Straßenlaternen, die in der städtischen Infrastruktur bereits vorhanden sind, montiert werden. Straßenlaternen benötigen dazu eine durchgehende Stromversorgung die durch die Omexom-Lösung „We-Light-Open“ umgesetzt werden kann. Die gemeinsame Lösung (We-Light-Open + SO NAH Sensor) wurde erstmalig im Februar 2020 auf der E-World in Essen vorgestellt. Zwischenzeitlich haben die beiden Kooperationspartner an zahlreichen Ausschreibungen teilgenommen.

Lesen Sie im Interview mit den Gründern des Startups mehr über die Lösung und das junge Unternehmen.

Smart City System

Ebenfalls mit Smart Parking beschäftigt sich Smart City System aus Fürth. Von einer Konkurrenz zu SO NAH kann man wegen der sehr unterschiedlichen Konzepte aber nicht sprechen. Smart City System hat bereits mehr als 45.000 Sensoren in Deutschland und anderen europäischen Ländern installiert.

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Das Startup digitalisiert Parkplätze mit Hilfe von Sensortechnik, um die Suche, Verwaltung und Nutzung von Parkplätzen in Städten zu verbessern. Ziel ist es, den Parkdruck in den Innenstädten und damit den Verkehr, den Stress der Bürger und letztlich auch die schädlichen Emissionen in der Innenstadt zu reduzieren, denn Immerhin 30% des innerstädtischen Verkehrs wird allein durch die Parkplatzsuche verursacht.

Die Smart Parking-Lösung von Smart City System ist Bestandteil des Smart City-Portfolios der VINCI Energies. Zudem ist die Lösung als Showcase in der Smart City Welt der Digitalschmiede in Frankfurt ausgestellt. Das Startup stattet jeden einzelnen Parkplatz, den es zu überwachen gilt, mit einem Bodensensor aus. Dieser sendet drahtlos und ich Echtzeit den Belegzustand von Parkplätzen.  Zu den Applikationen für Nutzer zählen die Navigation zu freien Parkplätzen sowie die automatische Abrechnung.

MatchX

Beim Berliner Startup MatchX liegt der Schwerpunkt auf der Bereitstellung einer robusten End-to-End IoT-Netzwerklösung, die die Datenübertragung über Reichweiten von bis zu 35 km mittels der LPWAN (Low Power, Wide Area Network) Technologie ermöglicht.

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Die Paketlösung aus Hardware, Software und Cloud Reporting bietet einen revolutionären Durchbruch für die Datenanforderungen der Welt: eine End-to-End-Netzwerklösung, die eine höhere Dateneffizienz und eine größere Datenreichweite bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch und deutlich geringeren Kosten gewährleistet.

MatchX ist Kooperationspartner von Axians (GA Netztechnik) in der Umsetzung und Implementierung von LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) Netzwerken, die in der Schweiz und den Niederlanden bereits flächendeckend im Einsatz sind.

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Diese Lösungen bietet das Smart-City Startup MAtchX. Quelle: MatchX

Fiskaly

Smart Government hat sich fiskaly aus Wien auf die Fahnen geschrieben. Die Philosophie ist es, die strengen und kostenintensiven Auflagen und Geschäftseinschränkungen der Gesetzgeber für elektronische Kassen- und Aufzeichnungssysteme zu vereinfachen. Das österreichische Startup entwickelt moderne Lösungen für alle Unternehmen, die mit Kassensystemen oder Rechnungs- und Buchhaltungsprogrammen arbeiten.

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Gemeinsam mit der Axians Infoma GmbH geht fiskaly eine Vielzahl an Kunden, um deren Lösungen in die bereits bestehende Infrastruktur der Infoma zu integrieren. Axians Infoma stellt ganzheitliche Software-Lösungen und Dienstleistungen für die professionelle Verwaltung, die durch die fiskaly-Lösung erweitert werden.

Pixolus

Ebenfalls Smart Government fokussiert die Pixolus GmbH aus Köln. Pixolus setzt gemeinsam mit der Axians Infoma das Thema Smart Metering um. Die Lösung von Pixolus wurde dabei in die bestehende Infrastruktur der Infoma integriert.

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Pixolus bietet Software für die automatische Erfassung und Digitalisierung diverser Daten, wie beispielsweise Zählerstände, Preisschilder, Formulare, Produktinformationen, Kassenbons, Belege und Überweisungsträger bis hin zu Service-, Kunden- und Artikelnummern.

Mit eigenen Apps wie das pixometer für das Ablesen von Zählerständen per Smartphone-Kamera, können Energieversorger und Stadtwerke, Messdienstleister und Ableseservices, Hausmeisterdienste und Facility Service-Anbieter sowie Wohnungsgesellschaften und Hausverwaltungen den Prozess der Verbrauchsdatenerfassung optimieren. Zählerstände gängiger Zählertypen (mechanisch, LCD) lassen sich einfach und fehlerfrei ablesen, digitalisieren und weiterverarbeiten. Die App pixiban dient zur IBAN-Erfassung per Scan über die Smartphone-Kamera.

Sehen Sie hier ein Beispiel für die App-Lösung pixometer von pixolus:

Swarm Analytics

Swarm Analytics aus Innsbruck unterstützt Axians in Österreich bei der Umsetzung von IoT-Projekten im Smart City-Bereich. Swarm schafft Technologie, um die Intelligenz so nah wie möglich an die Datenquelle zu verlagern, um hyperlokale und Echtzeitdaten der realen Welt zu liefern.
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Durch die Berechnung mehrerer Eingabedaten (Sensor, Video, Audio usw.) erzeugt Swarm Analytics wertvolle Daten, die Unternehmen unterstützen und Automatisierungsprozesse vorantreiben. Swarm Analytics entwickelt revolutionäre KI-Technologie, um Kameras in intelligente Sensoren zu verwandeln. Diese GDPR-konformen, intelligenten Sensoren führen zu smarten, schnelleren, einfacheren und vertrauenswürdigeren Lösungen. Basierend auf der Sensortechnologie von Swarm Analytics liefern die Partner eine breite Palette von End-to-End-Smart City-Lösungen für Verkehr, Parken, öffentliche Verkehrsmittel und Einzelhandel.

Sehen Sie hier ein Beispiel der Services von Swarm Analytics: Real Time Traffic Insights

Zolitron

Das Startup Zolitron aus Bochum kümmert sich nachhaltige Entsorgung und kooperiert mit der Axians eWaste GmbH. Die bestehenden Kunden der Müllentsorgung können dadurch ihre Container und deren Füllstand digital überwachen und nach Bedarf leeren. Ermöglicht wird das durch kognitive Sensorik, einer Kombination aus Hard- und Software.

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Die Hardware Z-Node ist ein Energie- und Kommunikationsautarker Multisensor, die über neuste Kommunikationsstandards wie Sigfox und NB-IoT unspezifische Messdaten in die Zolitron Cloud Z-Cloud Analytics überträgt. Künstlich intelligente Algorithmen wandeln diese nun in relevante Erkenntnisse um. So kann das Startup aus der Ruhrmetropole genau bestimmen, wie voll Container sind, wann Parkplätze besetzt sind oder wo sich bestimmte Assets befinden.

Smart City in 2 Minuten erklärt von Zolitron Technology:

Interesse geweckt?

Diese sieben Beispiele zeigen, welche Erfolge wir schon mit Startups beim Thema Smart City erzielt haben. Wenn auch Ihr gute Ideen habt, setzt Euch bitte mit uns in Kontakt. Ich bin sicher, dass wir dann schnell eine gemeinsame Basis finden.

Quelle Titelbild: iStock / JaCZhou

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