28.01.2025

Die flächendeckende Versorgung mit schnellem und zuverlässigem Internet ist die Grundlage für eine vollständig digitalisierte Wirtschaft und Gesellschaft. In manchen Teilen Deutschlands wurde dieses Ziel bereits erreicht, gerade ländliche Regionen sind aber nach wie vor massiv unterversorgt. Woran das liegt, welche Ausmaße und Folgen die Kluft beim Breitbandausbau zwischen Stadt und Land hat und welche Lösungen es gibt, zeigt dieser Beitrag von Matthias Lehniger, Business Area Leiter TI Fixnet & Mobile.

„Weiße Flecken“ – einer der zentralen Begriffe in der Diskussion um den Breitbandausbau in Deutschland – bezeichnet jene Regionen, in denen die Internetversorgung deutlich hinter modernen Anforderungen zurückbleibt. Konkret handelt es sich dabei um Gebiete, in denen weniger als 30 Megabit pro Sekunde im Download erreicht werden und kein wirtschaftlich tragfähiger Ausbau durch private Internetanbieter geplant ist. Diese Unterversorgung stellt insbesondere ländliche Regionen vor große Herausforderungen.

Denn der Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze spielt eine zentrale Rolle für ihre langfristige Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit. In unserer digitalisierten Welt hängt die wirtschaftliche Prosperität ebenso wie die Lebensqualität maßgeblich von einer stabilen Internetverbindung ab. Ob Unternehmen, Bildungsinstitutionen, Gesundheitsdienste oder private Haushalte – sie alle sind auf schnelle, verlässliche Netze angewiesen. Trotz zahlreicher Förderprogramme und technologischer Fortschritte bleibt der ländliche Raum aber vielerorts abgekoppelt.

Stadt-Land-Gefälle eindeutig

 Die verfügbaren Zahlen und Statistiken zeigen dabei ein starkes Stadt-Land-Gefälle, besonders bei der Verfügbarkeit hoher Bandbreiten. Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2023 sind in städtischen Gebieten für 95,3 Prozent der Privathaushalte Breitbandgeschwindigkeiten von mindestens 100 MBit/s verfügbar.

Die Internetgeschwindigkeit in ländlichen Räumen ist nicht nur langsamer, sie ist auch weniger leistungsfähig. (Bildquelle: Adobe Stock / Bimha).

In halbstädtischen Gebieten sinkt dieser Anteil bereits auf 85,2 Prozent, während er in ländlichen Regionen mit lediglich 72 Prozent deutlich geringer ausfällt. Bei noch höheren Bandbreiten verschärft sich diese Kluft: Gigabit-Geschwindigkeiten von mindestens 1.000 MBit/s stehen in Städten 76,7 Prozent der Haushalte zur Verfügung, während dieser Wert auf dem Land nur 33 Prozent beträgt. Der Zugang zu schnellen Internetverbindungen ist in städtischen Gebieten damit nicht nur flächendeckender, sondern auch leistungsfähiger.

Die Ursachen für diese Diskrepanz liegen vor allem in den strukturellen Unterschieden zwischen Stadt und Land. Ballungsräume bieten aufgrund ihrer hohen Bevölkerungsdichte für Telekommunikationsanbieter eine deutlich attraktivere Ausgangslage. Hier lassen sich die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur schnell amortisieren, da eine große Anzahl potenzieller Nutzer auf engem Raum erreicht werden kann. Im Gegensatz dazu erfordert der Breitbandausbau in ländlichen Regionen oft kilometerlange Glasfaserleitungen, die nur wenige Haushalte versorgen. Diese Kombination aus hohen Investitionskosten und einer geringeren Nutzerbasis macht den Ausbau für viele Anbieter wirtschaftlich unattraktiv.

Weiße Flecken sorgen für wirtschaftliches wie gesellschaftliches Ungleichgewicht

Die unzureichende Breitbandversorgung im ländlichen Raum hat weitreichende Folgen, die sowohl wirtschaftliche als auch soziale Bereiche betreffen. Unternehmen, die auf eine schnelle und zuverlässige Datenübertragung angewiesen sind, leiden besonders unter der langsamen Internetgeschwindigkeit. Große Datenmengen, die täglich zwischen Standorten, Kunden und Lieferanten ausgetauscht werden müssen, benötigen in unterversorgten Regionen erheblich mehr Zeit. Dies führt nicht nur zu erhöhten Kosten, etwa durch längere Bearbeitungszeiten oder zusätzliche Personalkosten, sondern beeinträchtigt auch die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Einige Geschäftsprozesse können unter diesen Bedingungen sogar vollständig zum Erliegen kommen, insbesondere wenn die Übertragung von Daten mehrere Stunden oder gar Tage beansprucht.

Darüber hinaus sind neue digitale Dienste, die in urbanen Zentren längst zum Alltag gehören, für viele Unternehmen und Haushalte im ländlichen Raum oft nur eingeschränkt nutzbar. Videokonferenzen, die Geschäftsreisen ersetzen könnten, oder die Nutzung von Cloud-Diensten, um IT-Kosten zu senken, sind ohne leistungsstarkes Breitband kaum möglich. Diese Einschränkungen führen dazu, dass ländliche Unternehmen technologisch wie organisatorisch hinterherhinken. Auch der Fachkräftemangel, der in vielen ländlichen Regionen ohnehin eine Herausforderung darstellt, wird durch die schlechte Internetversorgung verschärft.

Die schlechte Internetversorgung in ländlichen Regionen verschärft auch den Fachkräftemangel. (Bildquelle: Adobe Stock / Vera CHIS).

Flexible Arbeitsmodelle, wie das Homeoffice, sind aufgrund langsamer Verbindungen oft nicht effizient möglich. Der Zugang zu schnellem Internet ist damit nicht nur eine Frage der technischen Ausstattung, sondern entscheidet auch darüber, wie attraktiv eine Region als Arbeitsplatz oder Wohnort wahrgenommen wird.

Politische wie technologische Lösungen sind gefragt

Um die digitale Kluft zwischen Stadt und Land zu überwinden, bedarf es gezielter Strategien, die sowohl finanzielle Unterstützung als auch innovative Technologien einbeziehen. Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren zahlreiche Förderprogramme ins Leben gerufen, um den Breitbandausbau in unterversorgten Gebieten voranzutreiben. Ein Beispiel ist etwa die gezielte Unterstützung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Diese Fördermittel unterstützen Kommunen und Netzbetreiber dabei, die enormen Investitionen zu stemmen, die mit dem Ausbau von Glasfaser- oder Mobilfunknetzen verbunden sind. Dennoch zeigen Erfahrungen, dass die Beantragung und der Abruf der Fördergelder oft mit bürokratischen Hürden und Verzögerungen verbunden sind. Um den Ausbau zu beschleunigen, ist es daher notwendig, die Prozesse zu vereinfachen und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Kommunen und privaten Anbietern zu fördern.

Auch kostengünstige und schnellere Alternativen zum klassischen Breitbandausbau im Tiefbau sind notwendig. Dazu gehört etwa der oberirdische Glasfaserausbau, wie in meinem Beitrag auf Digital Chiefs beschrieben. Zudem bieten neue technologische Ansätze vielversprechende Möglichkeiten, die Netzabdeckung im ländlichen Raum schnell und effizient zu verbessern. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist der „Axians M30“, ein mobiler Funkmast, der eine flexible und stabile Netzabdeckung ermöglicht. Diese Lösung eignet sich insbesondere für abgelegene oder schwer zugängliche Gebiete, da der Mast in kürzester Zeit einsatzbereit ist und sowohl für den Mobilfunk als auch für die Breitbandversorgung genutzt werden kann. Der „Axians M30“ kombiniert Mobilität mit Leistungsstärke und kann auch als Übergangslösung dienen, bis fest installierte Infrastrukturen verfügbar sind. Mehr über diese innovative Technologie und ihre Einsatzmöglichkeiten erfahren Sie hier.

Mit mobilen Lösungen wie dem "Axians M30" können Versorgungslücken schnell geschlossen werden (Bildquelle: Adobe Stock / Naturalis).

Darüber hinaus ist der Ausbau des 5G-Netzes ein wichtiger Baustein, um ländliche Regionen besser anzubinden. 5G ermöglicht höhere Geschwindigkeiten sowie eine größere Netzkapazität, die für moderne Anwendungen wie Smart Farming oder Telemedizin unerlässlich ist.

In Kombination mit Technologien wie dem „Axians M30“ kann die Netzabdeckung so schnell und kosteneffizient verbessert werden, ohne dass umfangreiche Bauarbeiten erforderlich sind.

Für eine flächendeckende Breitbandversorgung mit Axians

Die Diskrepanz in der digitalen Versorgung zwischen städtischen und ländlichen Gebieten bleibt eine der größten Herausforderungen für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Trotz verschiedener Förderprogramme und technologischer Innovationen zeigt sich, dass besonders die ländlichen Regionen nach wie vor von leistungsfähigen Breitbandnetzen abgehängt sind. Dies beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, die Lebensqualität der Bewohner in unserem Land und die umfassende Digitalisierung Deutschlands. Eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet ist essenziell, um den ländlichen Raum zu stärken und eine digitale Teilhabe zu ermöglichen.

Dafür sind flexible und skalierbare Lösungen gefragt, wie sie Axians sowohl im Glasfaserausbau als auch mit innovativen Technologien wie dem mobilen Funkmast „Axians M30“ anbietet. Axians unterstützt als Generalunternehmer für den Glasfaserausbau dabei den gesamten Prozess von der Analyse über die Planung bis zur Umsetzung – auch in den schwer zugänglichen Regionen Deutschlands. Weitere Informationen zu dem umfangreichen Angebotsportfolio von Axians in diesem Bereich finden Sie hier.

Quelle Titelbild: Adobe Stock / GreenOptix

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