Chief AI Officer 2026: Echte Rolle oder der nächste C-Level-Titel?
Tobias Massow
⏱ 9 Min. Lesezeit Der Chief AI Officer ist die am häufigsten angekündigte und am seltensten ...
Backblaze veröffentlicht seinen Jahresbericht 2025 zu Festplattenausfällen und liefert damit eine der umfangreichsten öffentlich zugänglichen Datengrundlagen für IT-Entscheider, die sich mit Speicherinfrastruktur beschäftigen. Die Analyse von über 337.000 Laufwerken zeigt: Die durchschnittliche jährliche Ausfallrate sinkt weiter – aber zwischen einzelnen Modellen und Herstellern klaffen erhebliche Unterschiede.
Für CIOs und IT-Verantwortliche, die Speicherstrategien für Rechenzentren, Backup-Konzepte oder hybride Infrastrukturen verantworten, sind diese Daten weit mehr als eine technische Fußnote. Sie bilden eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Beschaffung, Kapazitätsplanung und Risikomanagement.

Der Cloud-Storage-Anbieter Backblaze betreibt seine Infrastruktur mit handelsüblichen Festplatten und dokumentiert seit Jahren akribisch, welche Modelle ausfallen und welche nicht. Der Bericht für das Gesamtjahr 2025 weist eine durchschnittliche jährliche Ausfallrate (Annualized Failure Rate, AFR) von 1,36 Prozent aus. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 1,55 Prozent – ein spürbarer Rückgang, der auf verbesserte Fertigungsqualität, den zunehmenden Einsatz hochwertiger Server-Festplatten und das Aussortieren älterer Modelle zurückzuführen sein dürfte.
Im vierten Quartal 2025 sank die AFR sogar auf 1,13 Prozent, nach 1,55 Prozent im dritten Quartal. Solche quartalsbezogenen Schwankungen sind nicht ungewöhnlich und hängen unter anderem mit dem Alter der eingesetzten Laufwerke, saisonalen Einflüssen und dem Austauschzyklus zusammen. Insgesamt fielen im vierten Quartal 943 Laufwerke aus – das entspricht rund zehn Festplattenwechseln pro Tag, die Backblaze-Techniker durchführen mussten.
Ein klarer Trend zeichnet sich bei den eingesetzten Kapazitäten ab: Modelle mit 14 bis 16 Terabyte machen inzwischen über 52 Prozent des gesamten Laufwerksbestands aus. Das spiegelt die wirtschaftliche Logik wider, die in großen Rechenzentren gilt: Höhere Kapazität pro Einheit bedeutet weniger physische Laufwerke, weniger Steckplätze, weniger Energieverbrauch pro gespeichertem Terabyte und in der Regel auch niedrigere Betriebskosten.
Erstmals integrierte Backblaze auch 26-Terabyte-Festplatten in seine Flotte. Im ersten Einsatzquartal wiesen diese eine bemerkenswert niedrige AFR von nur 0,40 Prozent auf. Allerdings ist bei solch jungen Laufwerken Vorsicht geboten: Die Datenbasis ist noch schmal, und Festplatten zeigen ihre typischen Schwächen oft erst nach einer gewissen Betriebsdauer. Die sogenannte Badewannenkurve – niedrige Ausfallraten zu Beginn und am Ende der Lebensdauer, mit einem erhöhten Risiko in der Mitte – ist ein bekanntes Phänomen, das auch in Backblazes langfristigen Daten sichtbar wird.
Wer Festplatten für unternehmenskritische Infrastruktur beschafft, sollte nicht allein auf Herstellernamen oder Kapazitätsangaben achten. Die Backblaze-Daten zeigen eindrücklich, wie stark die Zuverlässigkeit zwischen einzelnen Modellen variiert – selbst innerhalb desselben Herstellers.
Auf der positiven Seite stach die Toshiba MG08ACA16TA mit 16 Terabyte Kapazität hervor: Sie erreichte eine AFR von nur 0,90 Prozent über einen aussagekräftigen Beobachtungszeitraum. Zwei Seagate-Modelle – die ST8000NM000A mit 8 Terabyte und die ST16000NM002J mit 16 Terabyte – absolvierten das vierte Quartal 2025 sogar komplett ohne einen einzigen Ausfall.
Auf der anderen Seite des Spektrums stand die HGST HUH728080ALE600 mit einer AFR von über 10 Prozent. Diese älteren 8-Terabyte-Laufwerke haben offensichtlich das Ende ihres zuverlässigen Lebenszyklus erreicht. Ebenso auffällig: Die Seagate ST10000NM0086 mit 10 Terabyte, die im Quartalsbericht eine Ausfallrate von mehr als 5 Prozent aufwies. Solche Ausreißer verdeutlichen, dass Alter und Modellgeneration erheblich stärker ins Gewicht fallen als die bloße Herstellermarke.
Für IT-Verantwortliche ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung: Laufwerksmodelle nicht pauschal nach Hersteller bewerten, sondern die spezifischen Modellreihen und deren Einsatzdauer im Auge behalten. Ein strukturiertes Lifecycle-Management, das altersschwache Laufwerke rechtzeitig ersetzt, reduziert das Ausfallrisiko deutlich.
Ein Detail, das leicht übersehen wird, aber für die Einordnung der Daten wesentlich ist: Backblaze nutzte in seinen Anfangsjahren vorwiegend günstige Desktop-Festplatten für den Dauerbetrieb in Rechenzentren. Das war damals eine bewusste Kostenentscheidung, führte aber auch zu höheren Ausfallraten. Inzwischen hat das Unternehmen seine Beschaffungsstrategie grundlegend umgestellt und setzt fast ausschließlich auf Server-Festplatten, die für den 24/7-Betrieb in Rechenzentren konzipiert sind.
Dieser Wandel dürfte einen erheblichen Anteil am sinkenden AFR-Trend der letzten Jahre haben. Server-Festplatten unterscheiden sich von Desktop-Modellen in wesentlichen Konstruktionsmerkmalen: robustere Lager, bessere Vibrationskompensation, optimierte Firmware für den Dauerbetrieb und in der Regel eine höhere Garantiezeit. Für den Einsatz in Unternehmensumgebungen – ob im eigenen Rechenzentrum oder in Colocation-Szenarien – sind Desktop-Festplatten keine seriöse Option.
Dieser Punkt ist auch relevant für die Vergleichbarkeit der Backblaze-Daten über die Jahre: Die sinkenden Ausfallraten reflektieren nicht allein Fortschritte in der Festplattentechnik, sondern auch den Effekt einer professionelleren Laufwerksauswahl.
Backblaze liefert mit seinen Berichten eine der wenigen unabhängigen und methodisch transparenten Langzeitanalysen zu Festplattenausfällen. Das Unternehmen stellt sogar die vollständigen Rohdaten auf seiner Website zur Verfügung, sodass jeder sie nachprüfen und weiterverarbeiten kann. Das ist im Industrieumfeld keine Selbstverständlichkeit, denn Hersteller veröffentlichen selten detaillierte Ausfallstatistiken aus dem Feldbetrieb.
Dennoch gelten klare Einschränkungen: Die Daten stammen aus einem spezifischen Anwendungsszenario – Cloud-Storage mit hoher Schreiblast, permanentem Betrieb und spezifischen Umgebungsbedingungen in Backblazes Rechenzentren. Temperatur, Vibration, Workload-Profile und Firmware-Konfigurationen können sich von anderen Einsatzumgebungen deutlich unterscheiden. Eine direkte Übertragung der AFR-Werte auf andere Rechenzentren oder gar NAS-Systeme in Unternehmen ist deshalb nicht ohne Weiteres möglich.
Was sich aus den Daten ebenfalls nicht ableiten lässt, ist eine Prognose für ein einzelnes Laufwerk. Die Statistik beschreibt Populationen, keine Individuen. Eine Festplatte mit einer statistischen AFR von 0,90 Prozent kann trotzdem nach sechs Monaten ausfallen – oder zehn Jahre durchhalten.
Die sinkenden Ausfallraten sind eine erfreuliche Entwicklung, aber sie entbinden IT-Verantwortliche nicht von der Pflicht, robuste Backup- und Redundanzkonzepte zu implementieren. Eine AFR von 1,36 Prozent klingt niedrig, bedeutet aber bei einem Bestand von 1.000 Festplatten statistisch rund 14 Ausfälle pro Jahr. In einem Unternehmen, das beispielsweise 500 Laufwerke in einem Speicher-Cluster betreibt, sind das immer noch mehrere Ausfälle, mit denen konkret umgegangen werden muss.
RAID-Konfigurationen, Erasure Coding, regelmäßige Integritätsprüfungen und ein durchdachter Austauschzyklus bleiben unverzichtbar. Ebenso sollten Unternehmen, die auf On-Premises-Storage setzen, ein Monitoring der SMART-Werte ihrer Laufwerke etablieren, um drohende Ausfälle frühzeitig zu erkennen.
Für Unternehmen, die zwischen On-Premises-Speicher und Cloud-Storage abwägen, liefern die Backblaze-Daten ein interessantes Kalkül: Der Aufwand für Laufwerksmanagement – Beschaffung, Monitoring, Austausch, Ersatzteilhaltung – summiert sich. Cloud-Storage-Anbieter übernehmen diesen operativen Aufwand, was in der Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung ein relevanter Faktor sein kann.
Backblazes Jahresbericht 2025 bestätigt einen positiven Trend: Festplatten werden zuverlässiger, insbesondere im Server-Segment und bei neueren Modellgenerationen. Die Konsolidierung hin zu größeren Kapazitäten reduziert gleichzeitig die Gesamtzahl der benötigten Laufwerke – und damit die Zahl potenzieller Ausfallkandidaten.
Doch die Daten zeigen ebenso deutlich, dass es erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Modellen gibt. IT-Führungskräfte, die Speicherinfrastruktur verantworten, sollten diese Unterschiede in ihre Beschaffungsentscheidungen einfließen lassen und sich nicht auf generische Herstellerversprechen verlassen. Ein datengestützter Blick auf reale Ausfallraten – wie ihn Backblaze ermöglicht – ist ein wertvolles Instrument für fundierte Entscheidungen.
Am Ende gilt eine einfache Wahrheit: Keine technische Verbesserung ersetzt eine solide Backup-Strategie. Festplatten fallen aus, statistisch gesehen regelmäßig. Wer darauf vorbereitet ist, hat einen strategischen Vorteil gegenüber denen, die sich auf sinkende Ausfallraten allein verlassen.
Die Annualized Failure Rate (AFR) gibt die hochgerechnete jährliche Ausfallwahrscheinlichkeit einer Festplatte an. Sie wird aus der beobachteten Anzahl von Ausfällen im Verhältnis zu den gesamten Betriebstagen berechnet. Backblaze ermittelte für 2025 eine durchschnittliche AFR von 1,36 Prozent über alle eingesetzten Laufwerke.
Im Bericht 2025 stachen die Toshiba MG08ACA16TA (AFR 0,90 Prozent) sowie die Seagate-Modelle ST8000NM000A und ST16000NM002J hervor, die im vierten Quartal keinen einzigen Ausfall verzeichneten. Die neuen 26-TB-Modelle zeigten im ersten Quartal eine AFR von nur 0,40 Prozent.
Server-Festplatten sind für den 24/7-Dauerbetrieb konzipiert und verfügen über robustere Lager, bessere Vibrationskompensation und optimierte Firmware. Desktop-Modelle sind für gelegentlichen Einsatz ausgelegt und weisen im Dauerbetrieb deutlich höhere Ausfallraten auf.
Nur eingeschränkt. Backblazes Daten stammen aus einem spezifischen Cloud-Storage-Szenario mit hoher Schreiblast und bestimmten Umgebungsbedingungen. Temperatur, Vibration und Workload-Profile können in anderen Rechenzentren oder NAS-Umgebungen stark abweichen. Die Daten eignen sich aber als Orientierung für Beschaffungsentscheidungen.
Die Badewannenkurve beschreibt den typischen Ausfallverlauf von Festplatten über ihre Lebensdauer: relativ niedrige Ausfallraten zu Beginn (Kindersterblichkeit ausgenommen), ein erhöhtes Risiko in der mittleren Betriebsphase und erneut steigende Ausfälle gegen Ende der Lebensdauer durch Verschleiß.
RAID-Konfigurationen, Erasure Coding, regelmäßige Integritätsprüfungen, SMART-Monitoring und ein strukturiertes Lifecycle-Management bleiben unverzichtbar. Selbst bei einer AFR von 1,36 Prozent bedeuten 1.000 Laufwerke statistisch rund 14 Ausfälle pro Jahr.
Nicht zwangsläufig. Die Zuverlässigkeit hängt stärker vom konkreten Modell, der Modellgeneration und dem Alter als von der Kapazität ab. Größere Kapazitäten reduzieren aber die Gesamtzahl benötigter Laufwerke und damit die statistische Zahl potenzieller Ausfälle im Gesamtsystem.
Quelle des Titelbildes: Unsplash
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