05.03.2025

Das chinesische Startup DeepSeek hat die Börsenmärkte Ende Januar kurzzeitig auf Talfahrt geschickt. Hinzu kommen die Pläne von Elon Musk, die ChatGPT-Mutter OpenAI zu übernehmen, um möglicherweise seine eigene neue „weltklügste“ KI zu schützen. Die KI-Welt ist in Aufregung.

Roboter vor Bildschirm
Datenschutzbedenken weltweit: Das chinesische KI-Startup DeepSeek gerät nach Verboten in Italien und Südkorea sowie ersten Prüfverfahren in Deutschland unter Druck. Bildquelle: Adobe Stock/Andrii

Kaum auf dem Markt, schon wieder verboten: Italien und Südkorea haben jeweils unlängst die Nutzung des KI-Models des chinesischen Startups DeepSeek verboten. Seoul hat das DeepSeek-Verbot laut heise online mit einem unzureichenden Datenschutz begründet und Nachbesserungen gefordert, die das chinesische Startup gelobt vorzunehmen. Auch in Deutschland gibt es wie in Rheinland-Pfalz erste Prüfverfahren. Das BSI verweist darauf, dass DeepSeek nach eigenen Angaben „Tastatureingabemuster oder -rhythmen“ erfasse und solche Keylocker „mindestens für sicherheitskritische Bereiche bedenklich“ seien.

KI-Gipfel versus Stargate

Meldungen darüber kamen gerade rechtzeitig zu einem KI-Gipfel, zu dem Frankreich im Februar nach Paris eingeladen hatte. Eigentliches Ziel war es, die Technologie in geordnete Bahnen zu lenken, nachdem die neue US-Regierung einige etablierte Regeln für KI in den USA aufgehoben hat.

Die eigentliche Überraschung in Paris war aber eine Investitionszusage von schließlich 150 Milliarden Euro für französische Rechenzentren und zugehörige Infrastrukturen. Das kann als europäische Antwort auf das kurz vorher verkündete 500 Milliarden Dollar schwere OpenAI-Projekt Stargate verstanden werden.

Musk gegen OpenAI und Altman

Derweil hat der amerikanische Tech-Milliardär Elon Musk angekündigt mit seinem 2023 gegründeten Unternehmen xAI die „klügste KI der Welt“ präsentieren zu wollen. Für das Training des neuen KI-Modells Grok 3 waren in seiner „Gigafactory“ allein 100.000 H100-Chips von Nvidia im Einsatz. Geplant ist, die Zahl auf 200.000 GPUs zu verdoppeln, wofür xAI auf weitere Milliardeninvestitionen von Nvida, AMD und Blackrock hoffen kann, heißt es in einem anderen heise-Artikel.

Damit entwickelt sich Musk immer mehr zum Konkurrenten von OpenAI. Obwohl der heutige Tesla-Chef das Unternehmen einst mitgegründet hat, liegt er bereits seit längerem mit CEO Sam Altmann über die Ausrichtung des ChatGPT-Anbieters im Clinch. Vordergründig hatte er mehrfach die Gewinnorientierung des Unternehmens kritisiert, was im November 2023 sogar kurzzeitig zur Entlassung Altmans geführt hatte. Dieser hat nun zusammen mit seinem Vorstand Musk mit seinem Übernahmeangebot von 97,4 Milliarden Dollar für die Non-Profit-Sparte von OpenAI abblitzen lassen.

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Machtkampf in der KI-Branche: Elon Musk und OpenAI-Gründer Sam Altman ringen um die Zukunft von ChatGPT – Milliardenangebot abgewehrt. Bildquelle: Adobe Stock/Naiem

Board-Mitglied Bret Taylor bezeichnete den Vorstoß als Manöver, die Konkurrenz für Musks KI-Startup xAI zu stören. Andere wie Altman werten das sogar als Versuch, OpenAI komplett zu zerschlagen und ganz aus der Gleichung zu nehmen. So spannend wie die Technologie selbst, so spannend sind auch die neuen Entwicklungen rund um KI. Für Europa wird es darauf ankommen, in diesem wahnwitzigen Rennen zu versuchen, technologisch mitzuhalten. Die geringen Entwicklungskosten von DeepSeek in Kombination mit den in Paris gemachten Investitionszusagen lassen dabei hoffen, ebenso wie erste europäische KI-Modelle wie Teuken-7B.

 

Quelle Titelbild: Adobe Stock /  Shuo

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